Dies zeigt eine Studie, an der die Schweizerische Vogelwarte mitgearbeitet hat, wie sie am Dienstag mitteilte. Dafür wurden die Daten von sieben Braunkehlchen ausgewertet. Die Vögel flogen im Frühling bis zu 45 Stunden am Stück über die Sahara, in Höhen von 4000 bis 6000 Metern und bei Temperaturen von bis zu minus 10 Grad, wie es in der Mitteilung hiess.
Für die Untersuchung statteten die Forschenden die Insektenfresser mit Geolokatoren aus, die Licht und Luftdruck massen. Die Daten der Vögel zeigten: Auf dem Hin- und Rückflug nutzten die Tiere unterschiedliche Routen. Während sie im Herbst entlang der westafrikanischen Küste nach Süden flogen, nahmen sie im Frühling den direkten Weg durch die Wüste. Ein Forscher und Mitautor der Studie staunte in der Mitteilung über die «extremen körperlichen Leistungen» der Zugvögel.
Trotz dieser enormen Fähigkeiten geht der Bestand des Braunkehlchens in der Schweiz zurück, wie die Vogelwarte schrieb. Dem Bodenbrüter fehlt es durch die intensive Landwirtschaft und die frühe Mahd an Lebensräumen. Nur Wiesen, die frühestens Mitte Juli geschnitten werden, bieten den Vögeln eine Überlebenschance.
Die Vogelwarte setze deshalb gemeinsam mit Bäuerinnen und Bauern Schutzprojekte durch. Ziel ist es, den «Weitreisenden» auch in der Schweiz wieder bessere Chancen zu bieten.
