Darum wächst der Schweizer Storch-Bestand stetig

Seit 25 Jahren wächst der Weissstorch-Bestand hierzulande wieder. Nachdem die Zugvögel in der Schweiz als ausgestorben galten, brüten heuer 1300 Paare. Warum es wieder mehr Störche gibt.

sda |

In den 1950er-Jahren galt der Weissstorch in der Schweiz als ausgestorben. Die Zahl der Storchen-Brutpaare in der Schweiz vervielfachte sich von 175 im Jahr 2000 auf 1310 im Jahr 2026, wie die Organisation Storch Schweiz auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA mitteilte. Die Entwicklung sei mit jener in Deutschland vergleichbar.

Eine Zählung am 3. Januar 2026 ergab mit 1771 Individuen eine Rekordzahl an überwinternden Störchen im Land. Die grössten Ansammlungen befanden sich an bekannten Orten wie dem Flachsee der Reuss bei Unterlunkhofen AG oder im Neeracherried ZH.

Schutz bleibt Daueraufgabe

Ein wesentlicher Grund für den Anstieg der Population ist ein verändertes Zugverhalten. Die Störche ziehen nicht mehr wie früher nach Afrika, sondern überwintern oft im Süden Spaniens. Zunehmend verbringen sie den Winter auch direkt in der Schweiz.

Massnahmen wie die Renaturierung von Feuchtgebieten, die Schaffung von Nistmöglichkeiten sowie Kampagnen zur Umweltbildung führten schliesslich zu einer Wiederzunahme der Bestände. Trotz der positiven Entwicklung bleibe der Schutz des Weissstorches eine Daueraufgabe, schrieb Storch Schweiz. Der Erhalt und der Ausbau von geeigneten Lebensräumen seien entscheidend, um den Erfolg langfristig zu sichern.

Ähnliche Entwicklung in Deutschland

Auch in Deutschland brüten so viele Weissstörche wie nie zuvor seit Beginn der Aufzeichnungen. Der Naturschutzbund Nabu rechnete für die laufende Saison mit 15'000 Brutpaaren, wie die Deutsche Presse-Agentur DPA berichtete. In den 1980er-Jahren habe es in beiden deutschen Staaten zusammen weniger als 3000 Paare gegeben.

Durch Deutschland verläuft eine sogenannte Zugscheide. Störche östlich dieser Linie ziehen weiterhin über den Balkan nach Afrika. Die Vögel westlich davon fliegen nur noch bis nach Spanien, wo sie auf Reisfeldern und Mülldeponien Nahrung finden. Drei Viertel der deutschen Störche sind heute Westzieher.

Kommentare (4)

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  • Walter Beat Lendi | 23.07.2026
    Es gibt bereits zu viele Störche und Reiher. Kleingetier und Bodenbrüter sind jetzt nicht nur durch Krähen gefährdet. Höchste Zeit, der ungehinderten Verbreitung von jedermanns Lieblingstieren durch gesetzliche Bestimmungen ein Ende zu setzen. Der Umgang mit unerwünschten Néophytes ist ja auch geregelt.
    • Roland Lehmann | 24.07.2026
      Blödsinn! Kleintiere und Bodenbrüter sind nicht durch die grössere Anzahl von Störchen oder Reiher gefährdet.
    • Alexandra | 24.07.2026

      Dan müsste Mensch sofort sehr,sehr drastisch reduziert werden.Der Mensch zerstört und vergiftet jeden Tag Tier und Natur.Armseelig solche sind die Tieren die Schuld zuweisen

  • Vagnoni | 23.07.2026
    Ich freue mich über die Störche. Es ist so schön, dass sie hier wieder vermehrt Heimat gefunden haben
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