
Der europäische Fischotter Lulu mit ihrer frisch aus dem Teich gefangenen Beute. (Symbolbild)
Zoo Zürich, Enzo Franchini
Die Staatskanzlei vom Kanton Solothurn informiert in einer Medienmitteilung, dass am vergangenen Sonntag am Ufer der Aare in der Gemeinde Selzach SO eine eindeutige Fischotterspur im Schnee registriert worden ist. Der Nachweis erfolgte im Rahmen eines speziellen Monitorings für Fischotter. Begegnungen mit dem Fischotter in der Schweizer Wildnis sind selten. Denn die Art galt hierzulande ab 1989 als ausgestorben. Eine Kombination aus direkter Verfolgung, Lebensraumveränderung und Umweltgiften setzte dem Fischotter zu. Auch in den umliegenden Ländern verschwand die Art weitgehend.
Er gilt nicht mehr als «ausgestorben»
Erfreulicherweise nehmen die Otterbestände in weiten Teilen Europas wieder zu. Auch hierzulande werden immer wieder Tiere nachgewiesen. Unterdessen gilt der Fischotter nicht mehr als «ausgestorben», sondern wird auf der Roten Liste als «stark gefährdet» aufgeführt. Der Fischotter ist somit eine geschützte Wildtierart.
Im Kanton Bern lebt eine Kleinstpopulation von Fischottern an der Aare zwischen Thun und Bern. Seit 2015 wurde wiederholt Nachwuchs nachgewiesen. Um die daher zu erwartenden Abwanderungen und die Neubesiedlung von Gebieten zu dokumentieren, wurde das Monitoring-Projekt « Otterspotter » initiiert. Laut der Medienmitteilung wurde die Fussspur an der Selzacher Aare im Rahmen dieses Monitorings entdeckt und gemeldet.

Spuren im Schnee liefern den Nachweis für die Präsenz von einem Fischotter.
Stefan Hunziker
Der Fischotter
Der Wassermarder, wie man den Fischotter landläufig auch nennt, gehört gemäss zoologischer Systematik zur Familie der Marder. Als typischer Marderartige besitzt er einen langgestreckten Körper mit kurzen Beinen. Sein Schwanz ist im Gegensatz zum im Mittelland verbreitenden Biber behaart und spitz zulaufend. Der Fischotter ernährt sich hauptsächlich von Fischen. Wo der Lebensraum stimmt und genügend Nahrung vorhanden ist, können sich Fischotter still und heimlich ansiedeln. mgt