Der Osterhase lebt – der Feldhase verschwindet

Der Feldhase zähle zu den ikonischen Tierarten des Schweizer Kulturlands. Doch zu dieser Ikone tragen wir viel zu wenig Sorge: Der Bestand des Feldhasen habe in den letzten Jahrzehnten drastisch abgenommen, weil es ihm zunehmend an Lebensraum fehle. Damit das beliebte Ostersymbol nicht nur in Schoggiform überlebt, sei der Feldhase dringend auf wirksame Massnahmen angewiesen, schreibt BirdLife Schweiz in seiner Medienmitteilung. 

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Der Feldhase sei nicht nur bei Kindern sehr beliebt. Doch dieser einst so häufige und eigentlich wenig anspruchsvolle Sympathieträger sei laut BirdLife Schweiz bedroht. Er zeige exemplarisch auf, wie schlecht es um die typischen Arten des Schweizer Kulturlands stehe. Der Feldhase sei auf offene, strukturreiche Agrarlandschaften mit ausreichend Hecken, Feldgehölzen, Brachen und anderen Rückzugsräumen angewiesen. Solche Landschaften seien äusserst selten geworden, was sich in der negativen Bestandsentwicklung des Feldhasen und vielen weiteren typischen Arten des Kulturlands widerspiegele. In den 1960er Jahren konnten etwa im Kanton Genf rund 60 Feldhasen pro Quadratkilometer gezählt werden. Eine solche Dichte sei gemäss dem Naturschutzverband heute unvorstellbar: 1991 konnten noch knapp 5 Hasen pro Quadratkilometer gefunden werden, 2020 lediglich noch etwas mehr als 2 Individuen auf derselben Fläche.

Zu wenig Biodiversitätsförderflächen im Ackerland

Ein Schlüsselfaktor für das Überleben der Kulturlandarten sei der Anteil an Biodiversitätsförderflächen (BFF). Doch in Ackerflächen liege deren Anteil schweizweit unter 2 Prozent. Die Direktzahlungen für Bunt- und Rotationsbrachen sowie andere BFF seien eindeutig nicht hoch genug, damit auf Ackerflächen solche BFF in ausreichender Quantität eingerichtet werden. Ausserdem gebe es viele Direktzahlungen, die in Konkurrenz zu den BFF stehen, z. B. Einzelkulturbeiträge oder die sogenannten Versorgungssicherheitsbeiträge. Es handle sich hierbei um Subventionen mit biodiversitätsschädigender Wirkung, so BirdLife Schweiz. 

Wirksame Förderung möglich

Besser siehe es laut dem Naturschutzverband in einigen wenigen Ackergebieten mit einem hohen Anteil an BFF aus. In der Champagne genevoise (GE), im Grossen Moos (BE/FR), im Klettgau (SH) und in einigen weiteren Gebieten sei der Anteil an BFF an der Ackerfläche dank dem Engagement zahlreicher Akteure höher. Und in diesen Gebieten gebe es auch noch Feldhasendichten von oft mehr als 15 Feldhasen pro Quadratkilometer. In einigen dieser Gebiete nehme die Hasendichte in den letzten Jahren wieder zu. Landesweit bleibe die Art aber rückläufig. BirdLife Schweiz setze sich für eine Agrarpolitik ein, welche die Biodiversität tatsächlich erhalte und fördere. Heute sei dies nicht der Fall. Mit konkreten Artenförderungsprojekten z. B. am Farnsberg (BL), im Grossen Moos (BE) oder in der Ajoie (JU) zeigten sie auf, welche Massnahmen besonders wirksam seien und wie diese gemeinsam mit Landwirtinnen und Landwirten umgesetzt werden könnten. Zielarten dieser Projekte seien u. a. Kiebitz, Steinkauz und Dorngrasmücke. Von den Massnahmen profitierten lokal auch Feldhase, Schwarzkehlchen und viele andere Arten. Nun brauche es jedoch dringend substanzielle Verbesserungen in der Agrarpolitik, damit Feldhase und andere Kulturlandarten längerfristig erhalten werden könnten. 

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