Luchs bleibt weiter unter Druck

Der Luchs hat sich in der Schweiz zwar erfolgreich angesiedelt. Sein langfristiges Überleben bleibt laut neuen wissenschaftlichen Untersuchungen jedoch ungewiss, teilte der WWF Schweiz am Mittwoch mit.

Eine aktuelle Analyse zu Todesursachen und Krankheiten bei freilebenden Luchsen in der Schweiz zeige demnach, dass Verkehrsunfälle auf Strasse und Schiene weiterhin die häufigste Todesursache sind. Auch Wilderei wurde nachgewiesen, das tatsächliche Ausmass dürfte wegen einer hohen Dunkelziffer jedoch unterschätzt werden.

Eine weitere Studie dokumentiert angeborene Herzfehlbildungen bei mehreren Luchsen. Die seltene Erkrankung könnte laut den Forschenden mit der geringen genetischen Vielfalt der Schweizer Populationen zusammenhängen. Die genetische Situation wirke sich damit direkt auf die Gesundheit und das Überleben der Tiere aus.

«Der Luchs spielt eine Schlüsselrolle im Schweizer Ökosystem. Er beeinflusst den Wildbestand und stärkt damit die Stabilität unserer Wälder“, wird Luchsexperte Gabor von Bethlenfalvy in der Mitteilung vom WWF zitiert. Nach Angaben der Naturschutzorganisation leben im grenzübergreifenden Alpen- und Juraraum rund 360 Luchse. Damit trage die Schweiz eine besondere Verantwortung für den Erhalt der Population.

Nötig seien vernetzte Lebensräume, gezielte Aussetzungen zur genetischen Stärkung, internationale Zusammenarbeit und konsequentes wissenschaftliches Monitoring. Anlass der Mitteilung ist der Tag des Luchses am morgigen Donnerstag

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