
An der diesjährigen Vogelzählung von Birdlife haben rund 4500 Personen mitgemacht.
zvg
Ein Trillern auf dem Dachfirst, ein Flügelschlag in der Hecke. Vom 7. bis 10. Mai richtete die Schweiz ihren Blick auf die Vogelwelt. Die Mitmachaktion findet seit 2014 jährlich statt und zählt zu den beliebtesten Angeboten von BirdLife Schweiz.
Auch dieses Jahr beteiligten sich wieder Familien, Einzelpersonen und Schulklassen aus allen Sprachregionen. Sie alle verbindet der Wunsch, die gefiederten Nachbarn besser kennenzulernen und zu schützen.
Ein alter Bekannter führt die Rangliste an
Wie schon in den Vorjahren steht der Haussperling an der Spitze der Rangliste. Er wurde auf 84 Prozent der Beobachtungsflächen gesichtet und mit 15’264 Individuen am häufigsten gezählt. Es folgen Mauersegler, Rabenkrähe, Amsel, Kohlmeise und Star. Erfreulich ist die Zunahme bei Amsel, Grünfink und Girlitz, die in den letzten Jahren teils stark unter Krankheiten litten. Auch die Mönchsgrasmücke wurde wieder etwas häufiger gemeldet.

Die Chancen, einen Stieglitz zu beobachten, sind gut.
Michael Gerber, birds-online
Sorgen bereitet hingegen der weitere Rückgang von Mauerseglern sowie von Rauch- und Mehlschwalben. Diese Luftakrobaten, die sich von Insekten ernähren, finden im Siedlungsraum immer weniger Nahrung und geeignete Nistplätze. Die interaktive Karte auf gartenvoegel.birdlife.ch zeigt regionale Ergebnisse.
«Vögel sind ein Stück Heimat direkt vor der Haustür», sagt Raffael Ayé, Geschäftsführer von BirdLife Schweiz. «Damit sie auch künftig bei uns leben können, braucht es naturnahe Gärten und lebendige Quartiere.» Hörbeispiele zu den häufigsten Gartenvögeln finden sich auf bird-song.ch.
Jede wilde Ecke zählt
Auswertungen zeigen: Naturnahe Gärten mit einheimischen Hecken, Blumenwiesen und wilden Ecken beherbergen deutlich mehr Vogelarten als pflegeleichte Rasenflächen. Schon kleine Massnahmen können einen Unterschied machen: Ein Asthaufen, eine ungemähte Ecke oder einheimische Pflanzen auf dem Balkon.
Mit der «Stunde der Gartenvögel» möchte BirdLife Schweiz nicht nur zum Beobachten einladen, sondern auch inspirieren, der Natur im Siedlungsraum mehr Platz zu geben.