
Der schwarz-weiss gefärbte Fischadler fällt durch seinen markanten dunklen Augenstreif und seine im Jagdflug angewinkelten langen, schmalen Flügel auf. Diese mittelgrossen Greifvögel erreichen eine Körperlänge zwischen 55 und 60 Zentimetern bei einer Flügelspannweite von 1,50 bis 1,70 Metern und sind fast weltweit verbreitet.
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Die Vögel sind zwischen dem 25. und 29. Mai geschlüpft. Die Nachricht sei bisher geheim gehalten worden, um die Ruhe der Brut zu gewährleisten: Das teilte Wendy Strahm, die Koordinatorin des vom Westschweizer Vogelschutzvereins «Nos Oiseaux» getragenen Wiederansiedlungsprojekts der Nachrichtenagentur Keystone-SDA mit. Der genaue Standort des Nestes in der Drei-Seen-Region wird nicht bekannt gegeben.
Standtreuer Vogel
Die letzte in der Schweiz dokumentierte Fortpflanzung des Fischadlers liegt 112 Jahre zurück. Diese Art verschwand anschliessend aufgrund von Wilderern und Eiersammlern vollständig aus der Brutvogelwelt des Landes. Mit einer Flügelspannweite von 170 Zentimetern ist der Fischadler ein standtreuer Vogel, das heisst, sobald er mit etwa 3 bis 4 Jahren ausgewachsen ist, kehrt er instinktiv in die Region zurück, in der er seinen ersten Flug unternommen hat, um dort zu nisten. Das Wiederansiedlungsprojekt stützt sich auf diesen angeborenen Reflex.
Zwischen 2015 und 2020 hat der Verein 66 aus Nestern entnommene Küken importiert, hauptsächlich aus Norwegen und Deutschland. Sie wurden in Volieren in der Nähe von Sugiez FR untergebracht und dort ohne direkten Kontakt zu Menschen aufgezogen, bevor sie ihren ersten Flug antraten.
Umgesiedeltes Küken
Diese Methode der «Umsiedlung» von Küken hat sich seit 1996 bereits an anderen Orten in Europa bewährt. Und tatsächlich ist es eines der «umgesiedelten» Küken aus dem Projekt von «Nos Oiseaux», das in die Drei-Seen-Region zurückgekehrt ist, um dort zu nisten. «Dieses 2020 freigelassene Männchen sei dank seines nummerierten blauen Rings eindeutig identifizierbar», betont Denis Landenbergue, Mitglied der Steuerungsgruppe für die Wiederansiedlung des Fischadlers. Das Weibchen, das nicht beringt ist, ist hingegen unbekannter Herkunft.
Dieses Paar war bereits im Sommer 2025 gesichtet worden. Damals sei das Weibchen noch nicht geschlechtsreif gewesen, so Strahm. «Aber wir hatten die Hoffnung, dass sie im folgenden Jahr zurückkehren würden», erklärt die Biologin. Nachdem sie den Winter getrennt in Afrika verbracht hatten, kehrten die beiden Fischadler tatsächlich zurück.
Sehr selten
Wie erhofft, haben sie das 2025 ausfindig gemachte Nest bezogen. Dieses befindet sich auf einer der dreissig Plattformen, die von den Freiwilligen des Vereins in der Drei-Seen-Region errichtet wurden. Das Weibchen legte am 19. April das erste Ei.
Ein solcher Erfolg bereits beim ersten Versuch ist aussergewöhnlich, zumal sich der Frühling als besonders kalt und regnerisch erwiesen hat. «Oft stirbt das dritte Küken», stellt Denis Landenbergue fest. Die zwei Weibchen Somone und Khnifiss sowie das Männchen Diawling hätten überlebt.
Die jungen Fischadler wiegen derzeit zwischen 1,4 und 1,8 Kilogramm und haben bereits ihre volle Flügelspannweite erreicht. Sie konnten am 6. Juli von Michel Beaud, dem Vorsitzenden der Steuerungsgruppe des Wiederansiedlungsprojekts, im Rahmen eines kurzen Einsatzes von einer Gelenkhebebühne aus beringt werden.
Sonnenschirmflügel
Das Männchen kümmert sich um den Fischfang, während das Weibchen den Rest übernimmt: Es brütet, bewacht und füttert die Jungvögel mit dem vom Männchen herbeigebrachten Fisch. Pro Vogel sind 400 Gramm Weissfisch erforderlich, hauptsächlich Brassen und Rotaugen.
Der nächste entscheidende Schritt für die jungen Fischadler wird der Zug nach Afrika sein, der voraussichtlich bis Ende August stattfinden wird. Statistiken zufolge liegt die Sterblichkeitsrate der jungen Zugvögel bei 80 Prozent. Wenn das Glück ihnen hold ist, dürften Somone, Khnifiss und Diawling in zwei Jahren in die Drei-Seen-Region zurückkehren.