Werden diese Stein- oder Asthaufen von Fachpersonen aufgebaut, gezielt geplant und zwischen mehreren landwirtschaftlichen Betrieben koordiniert, gibt es in diesen Gebieten 2,5-mal mehr Hermeline als in vergleichbaren Gebieten ohne entsprechende Massnahmen. Das ergaben laut der Mitteilung die zwei neuen Studien des Instituts für Ökologie und Evolution der Berner Hochschule.
Platzierung entscheidend
Die Anzahl Kleinstrukituren wirkt sich positiv auf die Häufigkeit von Hermelinen aus, wobei Steinhaufen von den Tieren bevorzugt werden, insbesondere, wenn sie ausreichend gross sind und geeignete Hohlräume aufweisen. «Leider war die Anzahl nachgewiesener Mauswiesel zu gering, um Aussagen zur Wirkung der Massnahmen auf diese Tierart zu machen. Dies widerspiegelt ihren Status als gefährdete Art auf der Schweizer Roten Liste umso deutlicher», sagt Jean-Yves Humbert, Leiter der beiden Studien.
Entscheidend ist nur die Anzahl Kleinstrukturen, sondern auch die Platzierung. Eine professionelle Planung und die enge Zusammenarbeit zwischen Landwirtinnen und Landwirten, Biologinnen und Biologen und Behörden seien ausschlaggebend für den Erfolg dieser Massnahmen, schreiben die Forschenden. «Durch die gezielte Förderung kleiner Lebensräume kann die Biodiversität langfristig verbessert werden, zum Nutzen von Natur, Landwirtschaft und Gesellschaft», heisst es in der Mitteilung.
Um die Hermelinpräsenz in Gebieten mit gezielten Massnahmen zur Förderung der Biodiversität und in Gebieten ohne solche Massnahmen zu erfassen, setzten die Forschenden auf Kamerafallen und Artenspürhunde. Die Kamerafallen wurden in Kisten mit Tunneln installiert, welche die neugierigen Tiere gern erkunden. Die Artenspürhunde waren darauf trainiert, Kot von Hermelinen über ihren Geruchssinn aufzuspüren.
Wichtige Rolle für Landwirtschaft
Hermeline spielen laut Uni Bern eine wichtige Rolle für die Landwirtschaft, da sie sich von Feld- und Schermäusen ernähren und so zur biologischen Schädlingskontrolle beitragen. Sie stehen auf der Roten Liste der gefährdeten Arten in der Schweiz. «Obwohl regionale Biodiversitätsförderprojekte seit Langem als sinnvoll gelten, fehlten bislang wissenschaftliche Belege für ihre tatsächliche Wirkung», erklärt Andrin Dürst, Co-Autor der Studien und Doktorand am Institut für Ökologie und Evolution der Universität Bern.
Publiziert wurden die beiden Studien im Journal for Nature Conservation 85 und in der Publikation Global Ecology and Conservation 66. Das Institut für Ökologie und Evolution der Universität Bern widmet sich der Forschung und Lehre in allen Aspekten von Ökologie und Evolution und versucht, eine wissenschaftliche Basis für das Verständnis und die Erhaltung der lebenden Umwelt zu bieten.
In einem nächsten Schritt wird die Forschungsgruppe den Effekt von Kleinstrukturen wie Ast- oder Steinhaufen auf weitere Artengruppen wie Reptilien, Laufkäfer und Spinnen untersuchen.
