
Der Europäische Wolf besiedelt viele verschiedene Lebensräume: Von offenen Graslandschaften bis zu dichten Wäldern ist er überall zu finden.
Olle August
Im Jahr 2025 wurden in Österreich insgesamt 121 Wölfe bestätigt. Dies stellt eine Fortsetzung des positiven Bestandstrends nach den Rückgängen im Jahr 2024 dar. Nachweise der Tiere gab es aus allen Bundesländern ausser Wien.
Signifikanter Anstieg der Nutztierverluste
Insgesamt wurden acht Wolfsrudel nachgewiesen, von denen bei drei Rudeln – Gutenbrunn, Arbesbach und Harmanschlag – eine Reproduktion belegt werden konnte. Die Gesamtpopulation der identifizierten Genotypen setzt sich aus Tieren der alpinen (68 Individuen), der mitteleuropäischen Tiefland- (28 Individuen) und der dinarisch/karpatischen Herkunft (12 Individuen) zusammen. Es wurden im Berichtszeitraum keine Fälle von rezenter Hybridisierung zwischen Wolf und Hund festgestellt.
Nach einem Rückgang im Vorjahr stieg die Zahl der getöteten, verletzten oder vermissten Nutztiere im Jahr 2025 wieder deutlich auf insgesamt 1181 Tiere an. Dieser Anstieg ist primär auf Verluste bei Schafen und Ziegen zurückzuführen, die im Vergleich zum Vorjahr um 67,4 % von 674 auf 1128 Tiere anstiegen. Erstmalig wurden zudem 23 Gänse als Wolfsverluste registriert. Bei Rindern sank die Zahl der Verluste um etwa 31 %, bei Pferden um 40 % und beim Gatterwild wurde ein Rückgang von fast 78 % verzeichnet. Die meisten Nutztierverluste wurden in Tirol mit rund 55 % und in Kärnten mit fast 27,5 % aller Fälle registriert.
22 Wölfe geschossen
Im Berichtszeitraum wurden insgesamt 26 Wölfe als Abgang verzeichnet. Davon wurden 22 Tiere im Rahmen von Verordnungen aus Managementgründen entnommen, was einer Steigerung um 69 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Von den entnommenen Tieren wurden zwölf als Risikowölfe und acht als Schadwölfe klassifiziert. Drei weitere Tiere wurden tot aufgefunden, unter anderem nach Verkehrsunfällen, und ein Wolf wurde illegal geschossen.
Das 2019 gegründete Zentrum dient gemäss eigenen Angaben als Plattform, in der die Bundesländer gemeinsam mit Interessensvertretungen und wissenschaftlichen Organisationen Lösungsstrategien für ein möglichst konfliktarmes Zusammenleben mit grossen Beutegreifern entwickeln. Der jährlich veröffentlichte Statusbericht bietet hierfür eine objektive Datenbasis.