Thurgau ist Spitzenreiter bei Wildunfällen

Auf Schweizer Strassen steigt im Herbst das Risiko für Wildunfälle deutlich an. Besonders viele Unfälle gibt es dabei in der Ostschweiz und im Espace Mittelland, wie Angaben einer Versicherung zeigen.

sda |

In den vergangenen fünf Jahren hat die Mobiliar über 10'500 Kollisionen mit Wildtieren registriert, wie die Versicherung mitteilte. Eine Auswertung für den Zeitraum von 2021 bis 2025 zeige, dass die Unfallzahlen im letzten Quartal des Jahres rund 12 Prozent über dem Durchschnitt lagen. Ein weiterer Höhepunkt sei im April beobachtet worden.

Ostschweiz besonders stark betroffen

Die Unfallfrequenz ist laut Mobiliar regional sehr unterschiedlich. Am höchsten sei sie im Kanton Thurgau mit 2,05 Schäden pro 1000 versicherte Fahrzeuge. Dahinter folgten die Kantone Graubünden (1,85) und Jura (1,75). Der Schweizer Durchschnitt lag bei 1,16 Wildunfällen pro 1000 Fahrzeuge.

Am häufigsten kollidierten Fahrzeuge mit Rehen und Hirschen, was zu rund 7350 gemeldeten Schäden führte. Seltener waren Zusammenstösse mit Füchsen (1020), Dachsen (900) oder Wildschweinen (510). Kollisionen mit grossen Tieren verursachten die höchsten Kosten. Ein Unfall mit einem Wildschwein kostete beispielsweise laut der Versicherung im Schnitt rund 3000 Franken, bei Rehen und Hirschen waren es etwa 2700 Franken.

Die Zunahme der Unfälle im Herbst habe mehrere Gründe. Wegen der kürzeren Tage seien Berufspendler vermehrt in der Dämmerung unterwegs, wenn auch die Tiere aktiv sind. Zudem spielten die Brunftzeit der Hirsche ab Oktober, der durch die Jagd verursachte Stress sowie die Nahrungssuche für den Winter eine Rolle.

Nicht ausweichen

Die Versicherung rät zu erhöhter Aufmerksamkeit, besonders auf Überlandstrassen und an Waldrändern. Bei einem Wildwechsel-Warnschild solle die Geschwindigkeit reduziert werden. Tauche ein Tier auf, gelte es, kontrolliert zu bremsen und das Licht abzublenden. Von Ausweichmanövern werde ausdrücklich abgeraten. Solche Manöver führten oft zu schwereren Unfällen als die Kollision selbst.

Komme es dennoch zu einem Unfall, müssen Fahrzeuglenkende anhalten, die Warnblinkanlage einschalten und die Unfallstelle sichern. Die Polizei oder ein Wildhüter seien zu informieren. Verletzte Tiere dürften auf keinen Fall berührt werden. Der Schaden sei anschliessend der Versicherung zu melden.

Laut einer Statistik des Bundesamts für Umwelt (Bafu) sind Verkehrsunfälle nach der Jagd die zweithäufigste bekannte Todesursache für grosse Wildtiere in der Schweiz.

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