
Nicht alle Wespenarten stürzen sich im Sommer auf Fleisch und süsse Speisen. Viele Wespenarten interessieren sich nicht für menschliche Nahrung.
zvg
In den letzten fünf Jahren hat sich die Zahl der gemeldeten Nester in der ganzen Schweiz während der Sommermonate Juli und August verfünffacht. Das zeigen aktuelle Zahlen der Mobiliar. Demnach stiegen die Anzahl Fälle pro 1000 Haushalte in den Jahren 2021 bis 2025 von durchschnittlich 0,27 auf 1,34.
Schweizweit wurden der Mobiliar 2025 rund 5800 Nester gemeldet. Besonders in der Romandie scheinen sich die Wespen wohlzufühlen, wie die genossenschaftlich organisierte Versicherungsgesellschaft mitteilt. Im vergangenen Jahr kamen dort auf 1000 Haushalte 2,5 Nester, gefolgt von der Deutschschweiz mit 1,08 und dem Tessin mit durchschnittlich 1,04 Nestern.
Ideale Bedingungen zum Überwintern
Diese Zunahme hat laut der Mobiliar mehrere Gründe. «Wegen des Insektensterbens orientieren sich vor allem die Gemeine und die Deutsche Wespe stärker an Menschennahrung, wodurch sie sich vermehrt in unserer Nähe aufhalten», sagt Fabian Klimmek, Biologe vom Berner Tierpark Dählhölzli. Hauptursachen seien jedoch milde Winter und trockene Frühlinge. Diese sorgen für ideale Bedingungen, damit Wespen überwintern und sich in den warmen Monaten ausbreiten können.
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Zu Unrecht unbeliebt?
Wespen haben einen schlechteren Ruf, als sie verdienen. «Sie gehören wie die Biene zur Ordnung der Hautflügler und sind ein wichtiger Teil des Ökosystems», erklärt Klimmek. «Sie bestäuben Pflanzen, dienen verschiedenen Vogelarten als Nahrungsquelle und regulieren den Insektenbestand als Schädlingsbekämpfer auf natürliche Weise.»
Gemeine und Deutsche Wespen mögen Fleisch und süsse Speisen besonders gerne. Deshalb gelten sie bei Gartenfesten als Störenfriede. Andere Wespenarten interessieren sich hingegen nicht für menschliche Nahrung und sind meist friedlich.
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Wegen Hitzestress besonders aggressiv
Der Frühling und der Spätsommer sind für Wespen besonders wichtige Phasen. Je wärmer und trockener der Frühling ist, desto früher können die überwinterten Jungköniginnen auf Nahrungssuche gehen und Arbeiterinnen heranziehen. Hitzephasen erhöhen zudem den Stress, auch bei Insekten. «Aber im Gegensatz zu Menschen verfügt die Wespe jedoch über keine natürliche Klimaanlage. Sie schwitzt also nicht. Bei Hitze benötigt sie mehr Energie. Deshalb sind Wespen bei hohen Temperaturen aggressiver bei der Nahrungssuche und stechen eher zu», sagt Fabian Klimmek.
Im Rahmen ihrer Hausratversicherung organisiert und bezahlt die Mobiliar die Entfernung eines Wespennests. «Im Sommer beschäftigt uns die Entfernung von Wespen-, Hornissen- und Bienennestern sehr», sagt Marco Friedli, Leiter Assistance bei Mobi24, eine Tochtergesellschaft der Mobiliar. Mit welchen Massnahmen man Wespen vorbeugen kann und wann ein Wespennest entfernt werden sollte, kann dem Ratgeber der Mobiliar entnommen werden.