Wie Gletscherschwund und Bienenkrankheiten zusammenhängen

Schmelzende Gletscher schaffen ein neues Problem: Weil sich die Pflanzenwelt verändert, stecken sich Wild- und Honigbienen leichter gegenseitig mit Krankheiten an. Das zeigt eine neue Studie unter Leitung der Universität Lausanne, wie diese am Montag mitteile.

sda |

Normalerweise gehen sich Wild- und Honigbienen bei der Nahrungssuche aus dem Weg, indem sie sich auf unterschiedliche Pflanzenarten spezialisieren. Diese natürliche Aufteilung verringert das Risiko einer gegenseitigen Ansteckung mit Krankheitserregern.

Walliser Bienen untersucht

Durch die sich verändernde Pflanzenwelt im Zuge der Gletscherschmelze nutzen die Bienen jedoch zunehmenden dieselben Nahrungsquellen. Die Blüten fungieren dabei als Infektionsherde: Hinterlässt eine kranke Biene dort infektiöse Partikel, können diese von der nächsten Blütenbesucherin aufgenommen werden.

Für ihre Studie untersuchten die Forschenden der Universitäten Lausanne und Mailand und der italienischen Forschungseinrichtung Crea die Bienenpopulationen am Mont-Miné-Gletscher im Val d’Hérens VS in der Nähe von Evolène. Sie konzentrierten sich dabei auf fünf Krankheitserreger: drei Viren und zwei Parasiten.

Flügeldeformationsvirus

Bei Honigbienen fanden die Wissenschaftler in den erst kürzlich eisfrei gewordenen Zonen alle fünf untersuchten Erreger. Die dortigen Wildbienen waren mit zwei nachgewiesenen Pathogenen noch relativ gut geschützt. Ein völlig anderes Bild zeigte sich jedoch in den älteren eisfreien Zonen, in denen sich die Vegetation bereits stark gewandelt hat: Hier stieg die Präsenz des Flügeldeformationsvirus – ein typischer Erreger der Honigbiene – bei den Wildbienen deutlich an.

Die Studie beleuchte damit eine weniger sichtbare Folge des Klimawandels. Der Rückzug eines Gletschers bedeute nicht nur den Verlust von Eis und Wasserressourcen, sondern verändere das gesamte nachfolgende Ökosystem und das komplexe Zusammenspiel der Organismen. «Das Verständnis dieser Prozesse ist entscheidend, um wirksame Strategien für den Schutz der Bestäuber und der von ihnen erbrachten Ökosystemleistungen zu entwickeln», kommentierte Gianalberto Losapio, Mitautor der Studie, in der Mitteilung der Universität Lausanne.

Kommentare (1)

Sortieren nach: Likes | Datum
  • Bauerimker | 25.08.2026
    Naja das Problem ist die Trockenheit. Gerade im August wenn die langlebigen Winterbienen nachgezogen werden ist reichlich Pollen nötig. Sind alle Wiesen vertrocknet fehlen auch die Blumen. Nur noch z.B. das Berufskraut, die Goldrute und weitere Neophyten blühen noch. Diese soll ich dann noch auf meinen Feldern ausreisen?
×

Schreibe einen Kommentar

Kommentar ist erforderlich!

Google Captcha ist erforderlich!

You have reached the limit for comments!

Das Wetter heute in

Lesershop

→ Hier gehts zum Lesershop

Umfrage

Habt Ihr eine Übersaat gemacht?

54.5 % Ja
30 % Nein
2.9 % Noch nicht
5.2 % Nein, aber ist geplant
7.5 % Nächstes Jahr

Teilnehmer insgesamt 347

Zur aktuellen Umfrage

Bekanntschaften

Suchen Sie Kollegen und Kolleginnen für Freizeit und Hobbies? Oder eine Lebenspartnerin oder einen Lebenspartner?