Umfrage: Milchmengenregulierung

Vor zehn Jahren ging der Milchstreik zu Ende. Dieser dauerte vom 27. Mai bis am 3. Juni 2008 und bewegte die Schweizer Milchbranche. Es war der erste und bisher einzige zumindest kurzfristig erfolgreiche Milchstreik der Welt. Wirklich nachhaltig war er aber nicht.

Vor zehn Jahren ging der Milchstreik zu Ende. Dieser dauerte vom 27. Mai bis am 3. Juni 2008 und bewegte die Schweizer Milchbranche. Es war der erste und bisher einzige zumindest kurzfristig erfolgreiche Milchstreik der Welt. Wirklich nachhaltig war er aber nicht.

Die Schweiz blieb das einzige Land in Europa, wo der Milchpreis aufgrund des Streiks stieg. Doch der Erfolg war von kurzer Dauer. Bald wurden die Preise von den Molkereien wieder gesenkt und Überschüsse mussten im Ausland entsorgt werden. Und nach wie vor waren keine Strukturen für die Zeit nach der Aufhebung der Milchkontingentierung geschaffen worden.

Die Probleme im Milchmarkt sind auch zehn Jahre nach dem Ende des Milchstreiks nicht gelöst. Namentlich die meisten Industriemilchbauern haben nach wie vor Produzentenmilchpreise, die nicht oder kaum kostendeckend sind.

"Die Situation ist schlechter als je zuvor"

Martin Haab, Präsident von BIG-M, hält am Montag anlässlich einer Demonstration der Bäuerlichen Interessen-Gruppe für Marktkampf (BIG-M) auf dem Weisenhausplatz in Bern fest: «Seit dem Milchstreik sind zehn Jahre vergangen und die Situation ist schlechter als je zuvor.»

Doch was ist die Lösung, um die prekäre Situation in den Griff zu bekommen? Der «Schweizer Bauer» hat bei Haab nachgefragt und folgende Antwort erhalten: «Wir müssen aufhören, billige Milch zu produzieren. Solange wir ein System mit C-Milch haben, wird die Situation nicht besser werden. Wir müssen ein Modell etablieren, durch welches eine Überschussproduktion verhindert wird. Es müssten rund fünf bis sechs Prozent weniger Milch produziert werden, und dies geordnet. Das ideale Modell sieht so aus: Der Bauer weiss Anfang Monat, wie viel er für die Milch in den entsprechenden Segmenten bekommt, und entscheidet selbst, ob er die Menge Milch zum entsprechenden Preis liefern will. Dafür braucht es natürlich eine Referenzmenge.»


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