Umstrittene Entlastungsstrasse in Stans

Die Nidwaldner Stimmberechtigten entscheiden am 27. November, ob im Westen von Stans eine Entlastungsstrasse gebaut werden soll. Das Projekt ist wegen den Kosten und den beschränkten positiven Auswirkungen im Zentrum des Hauptorts nicht nur im rot-grünen Lager umstritten.

Der Bau der Entlastungsstrasse Stans West kostet 18,8 Millionen Franken. Die ein Kilometer lange neue Kantonsstrasse soll den Autobahnanschluss Stans Nord direkt mit der Strasse Richtung Ennetmoos verbinden.

Die geplante Strasse soll täglich von 3000 Fahrzeugen benutzt werden. Die Strassen am westlichen Dorfrand dürften durch sie zwar gemäss Abstimmungsbotschaft im mittleren Ausmass entlastet werden, im Dorfzentrum wird die Wirkung aber geringer sein. Diese soll später mit flankierenden Massnahmen erhöht werden.

Landverbrauch

Wegen der beschränkten Entlastungswirkung, und weil die Kosten mehr als ein Viertel höher liegen als ursprünglich angenommen, ist das Strassenprojekt auch in Teilen des bürgerlichen Lagers umstritten. Die FDP stellte im Landrat, dem Kantonsparlament, sogar einen Rückweisungsantrag und forderte, wenn auch vergeblich, eine «seriöse Kosten-Nutzen-Abklärung». Sie fassten knapp die Nein-Parole.

Mitte und SVP unterstützen dagegen die Vorlage. Es sei Zeit zu handeln, alternative Linienführungen seien noch teurer, lauten ihre Argumente.

Kritik am Vorhaben kommt nicht unerwartet von den Grünen und der SP. Sie stören sich daran, dass flankierende Massnahmen fehlten und der Landverbrauch mit 14’000 Quadratmeter gross sei. Zum Nein-Lager gehört auch die GLP.

Die Begeisterung für die Entlastungsstrasse ist auch im Stanser Gemeinderat nicht übermässig. Nur eine knappe Mehrheit unterstütze das Vorhaben, «lang Werbung» mache aber niemand dafür, erklärte die für den Tiefbau zuständige Gemeinderätin an einer Podiumsveranstaltung.

Parlament gegen Regierung

Zweifel am Nutzen begleiteten bereits die Planung. 2015 beschloss der Landrat gegen den Willen des Regierungsrats im Grundsatz die Realisierung der neuen Kantonsstrasse. Ein Jahr später sprach er einen Planungskredit, legte sich auf eine Linienführung fest und untersagte der Regierung, Varianten zu prüfen.

2020 wollte der Regierungsrat die Planung sistieren. Er begründete dies mit dem schlechten Kosten-Nutzen-Verhältnis der Strasse. Ob diese überhaupt nötig sei, solle eine Gesamtverkehrskonzept zeigen. Der Landrat beharrte aber erneut auf dem Bau und beschloss schliesslich im letzten Juni mit 39 zu 16 Stimmen den Baukredit.

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