
Im Jahr 2025 haben im Rahmen landwirtschaftlicher Tätigkeiten über 20 Menschen bei Unfällen ihr Leben verloren.
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Die Beratungsstelle für Unfallverhütung in der Landwirtschaft (BUL) und Agriss haben 2025 auf Basis von Medien- und Polizeiberichten insgesamt 22 tödliche Unfälle registriert. 16 der Todesfälle betrafen Personen, die einer landwirtschaftlichen Tätigkeit nachgingen. Bei einem Ereignis kam ein Kind ums Leben. Bei fünf weiteren, der Landwirtschaft fernstehenden Personen kam es zu tödlichen Unfällen im Umfeld landwirtschaftlicher Tätigkeiten.
Damit wurden im vergangenen Jahr drei Todesfälle weniger verzeichnet als im Vorjahr (2024: 25) und deutlich weniger als der langjährige Durchschnitt von 28 Todesfällen pro Jahr (2016–2025), wie Agriss mitteilt. Agriss ist eine Stiftung, die sich für die Arbeitssicherheit und den Gesundheitsschutz in der Landwirtschaft einsetzt. Die Medien- und Polizeiberichte zeigen zudem, dass es jährlich zahlreiche schwere, teils lebensgefährliche Unfälle gibt. Die Kampagne «Risiko runter!» und das STOP-Prinzip (siehe unten) erhöhen die Sicherheit.
Ältere Menschen besonders betroffen
Besonders betroffen waren ältere Menschen. Sieben der Verunfallten waren über 65 Jahre alt und somit bereits im Rentenalter. «Das jüngste Unfallopfer war 8 Jahre alt, das älteste 91», teilt Agriss mit. Tödlich verletzt wurden laut Agriss im Zusammenhang mit landwirtschaftlichen Arbeiten im Jahr 2025:
- 2 Personen beim Umsturz/Überschlagen von Traktoren, Transportern oder Hebefahrzeugen durch Abrutschen im Gelände, Abkommen von der Strasse oder Kollision mit anderen Fahrzeugen
- 3 Personen wurden durch einen Sturz von Fahrzeugen überrollt
- 2 Personen wurden bei Arbeiten mit Maschinen eingeklemmt
- 1 Person wurde von einer Gelenkwelle erfasst
- 1 Kind wurde an einem Gebäudeteil eingeklemmt
- 2 Personen stürzten durchs Heuabwurfloch, bzw. vom Heukran
- 4 Personen wurden durch Stämme / Baumteile während Holzerntearbeiten getroffen
- 1 Person verstarb durch Umsturz mit der Seilwinde
- 1 Person wurde in einem Rebberg überrollt
Auch fünf Drittpersonen sind im Zusammenhang mit landwirtschaftlichen Arbeiten tödlich verunfallt. So wurden zwei Personen auf dem Fussgängerstreifen von einem Traktor erfasst.
Präventionsschwerpunkte für 2026
Der Arbeitsalltag in der Landwirtschaft ist mit zahlreichen Gefahren verbunden. Entscheidend ist, wie die Risiken eingeschätzt werden und wie damit umgegangen wird. «Unfallauswertungen zeigen immer wieder, dass bewusst oder unbewusst hohe Risiken eingegangen werden», schreibt Agriss. An diesem Punkt setzt die Kampagne «Risiko runter!» an. Sie will Betriebe für die Gefahren sensibilisieren, die im Arbeitsalltag leicht übersehen werden.
-> Hier finden Sie Informationen zur Kampagen «Risiko runter!»
Ein weiterer Schwerpunkt der Prävention 2026 ist die Umsetzung von Massnahmen nach dem STOP-Prinzip. Dabei werden erkannte Risiken zuerst sorgfältig beurteilt und anschliessend in einer Reihenfolge Schritt für Schritt reduziert. Zuerst wird geprüft, ob die Gefahr ersetzt oder vermieden werden kann (Substitution). Danach folgen technische Lösungen, organisatorische Regeln und zuletzt persönliche Schutzmassnahmen. So sollen Gefahren möglichst wirksam und nachhaltig reduziert werden.
-> Hier finden Sie ein Infoblatt über die Massnahmen nach dem STOP-Prinzip.