A: Bäuerinnen tragen doppelte Last

Österreichs Bäuerinnen übernehmen zunehmend Führungsverantwortung auf den Höfen. Laut der Bäuerinnen-Studie 2026 ist der Anteil der Hofübernehmerinnen deutlich gestiegen, und viele Frauen erschliess en neue Einkommensquellen. Gleichzeitig tragen sie jedoch weiterhin den Grossteil von Hausarbeit, Kinderbetreuung und Pflege. 

Die Rolle von Frauen in der österreichischen Landwirtschaft ist in den letzten Jahren im Wandel: Bäuerinnen führen häufiger Betriebe, entwickeln neue Einkommenszweige und treffen unternehmerische Entscheidungen. Dennoch bleiben Haushalt, Kinderbetreuung und Pflege weiterhin überwiegend in ihrer Zuständigkeit. Das zeigt die Bäuerinnen-Studie 2026, die am Donnerstag von Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig vorgestellt wurde.

 

Laut Studie ist der Anteil der Frauen die einen Hof übernehmen innerhalb von zehn Jahren deutlich gestiegen. Während 2016 noch 22% der befragten Frauen selbst Betriebsübernehmerinnen waren, lag dieser Wert 2026 bereits bei 34%. Mehr als ein Drittel der Befragten bezeichnet sich als hauptverantwortliche Betriebsleiterin, und weitere 31% führen den Betrieb gemeinsam mit ihrem Ehepartner. Auch die Zahl neu gegründeter land- und forstwirtschaftlicher Betriebe durch Frauen hat zugenommen.

Treibende Kraft

Darüber hinaus zeigt die Erhebung, dass Bäuerinnen häufig die treibende Kraft bei der Entwicklung zusätzlicher Betriebsstandbeine sind. Besonders in der Direktvermarktung, der Verarbeitung landwirtschaftlicher Produkte, im Tourismus sowie in den Bereichen Bildung, Soziales und Gesundheit übernehmen sie vielfach die Federführung. Damit erschliessen sie neue Einkommensquellen und stärken die wirtschaftliche Basis der Höfe. Parallel dazu steigt das Bildungsniveau der Bäuerinnen.

Trotz der wachsenden Verantwortung im Betrieb bleibt die Verteilung von Familien- und Pflegeaufgaben aber weitgehend unverändert. Der Studie zufolge erledigen Bäuerinnen rund 80% der Hausarbeit selbst. Auch bei der Kinderbetreuung und der Pflege von Angehörigen tragen sie den Hauptanteil.

Entsprechend hoch ist die Belastung: Rund ein Drittel der befragten Frauen gab an, noch nie Urlaub gemacht zu haben. Mehr als die Hälfte empfindet die Vereinbarkeit von landwirtschaftlicher Tätigkeit und Freizeit als belastend oder sehr belastend.

Frauen besser absichern

Die Studienautoren empfehlen daher Massnahmen zur besseren sozialen, rechtlichen und finanziellen Absicherung von Frauen in der Landwirtschaft. Zudem sollten Beratungs- und Entlastungsangebote ausgebaut sowie die Leistungen von Bäuerinnen stärker sichtbar gemacht werden.

Für die aktuelle Studie wurde ein umfassender Mixed-Methods-Ansatz gewählt. An der Online-Befragung nahmen mehr als 2500 Bäuerinnen aus ganz Österreich teil. Ergänzend wurden Workshops und qualitative Erhebungen sowie eine Stakeholder-Diskussion durchgeführt.  

Kommentare (1)

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  • Daniela Nef | 18.10.2026

    Ja,die Schuld am gamzen Elend dind die Milchabnehmer,Gemüse oder Fleischabnehmer. Man bekommt nicht das was man erhalten sollten. Darum müssen viele Bauern oder Bäuerinnen einem Nebenverdienst nach. Das siehtcman kommen,dass es irgendwann Burnout gibt. Denn,am Wochwnende muss vieles nachgearbeitet werden. Man hat gar keine Zeit,zum Frei machen. Das kann auf die Länge gar nicht gut gehen,sei es,beim Mann oder Frau..Es muss sich etwas ändern und zwar sofort,sonst gibt es bald keine Bauern mehr! Sicher einmal im Jahr sollten ein paar Tage Ferien drinn liegen,sonst macvt es der Körper nicht jahrelang so. Früher hatten sie Knechte und Mägde,jetzt müssen viele Bauern alles selber machen,weil Angestellte nicht drinnliegen..Die Erlöse müssen rauf. Wer arbeitet sonst für 8.Fr.pro Stunde oder noch weniger? Niemand. Also....es muss etwas passieren,schnell!!!

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