Ältester Stern mit erdähnlichen Planeten entdeckt

Lebensfreundliche Welten haben im Universum womöglich schon früher existiert als bisher angenommen. Dies legt die Entdeckung des bislang ältesten bekannten Sonnensystems mit Planeten von erdähnlicher Grösse nahe, wie das Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung (MPS) am Dienstag in Göttingen mitteilte.

sda |

Lebensfreundliche Welten haben im Universum womöglich schon früher existiert als bisher angenommen. Dies legt die Entdeckung des bislang ältesten bekannten Sonnensystems mit Planeten von erdähnlicher Grösse nahe, wie das Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung (MPS) am Dienstag in Göttingen mitteilte.

Mit Messdaten des Weltraumteleskops Kepler fanden Forscher unter Leitung der Universität Birmingham demnach fünf solcher vergleichsweise kleiner Planeten beim Stern Kepler-444, dessen Geburtsstunde etwa 11,2 Milliarden Jahre zurückliegt. Damit ist dieses Planetensystem fast zweieinhalb Mal so alt wie unser Sonnensystem.

Die Wissenschaftler berichten demnach über ihre Entdeckung im Fachmagazin «Astrophysical Journal». Zu der Studie trugen Forscher des MPS und der Universität Göttingen massgeblich bei.

Version von Merkur, Venus, Erde und Mars

Das Planetensystem um den Stern Kepler-444 mutet laut MPS wie eine weit entfernte Ausgabe unseres eigenen inneren Sonnensystems mit den vier Planeten Merkur, Venus, Erde und Mars an. Allerdings kreisen um Kepler-444 im Sternbild Leier gleich fünf kleine Planeten, deren Grössen jeweils zwischen denen von Merkur und Venus liegen.

Für seine Auswertungen bediente sich das Forschungsteam der Methoden der sogenannten Asteroseismologie: Mit Hilfe des Weltraumteleskops Kepler beobachteten sie die natürlichen Schwingungen des Sterns Kepler-444. Diese Resonanzen werden von Schallwellen erzeugt, die im Stern gefangen sind und ihn zum Schwingen bringen. «Die Schwingungen verursachen winzige Helligkeitsschwankungen in dem Licht, das der Stern ins All strahlt», erläuterte die MPS-Forscherin Saskia Hekker. «Ihnen können wir Durchmesser, Masse und Alter des Sterns entnehmen.»

Neues Bild des Universums

Die Planeten um den fernen Stern wurden dann den Angaben zufolge in einem zweiten Schritt aufgespürt: Wenn ein Planet auf seiner Umlaufbahn aus Sicht des Weltraumteleskops vor seinem Stern vorbeizieht, verdeckt er ihn zum Teil und dämpft sein Licht. Daraus lässt sich das Grössenverhältnis von Planet und Stern berechnen.

Die fünf Exoplaneten umrunden den Stern Kepler-444 übrigens in weniger als zehn Tagen und in einem Abstand, der weniger als ein Zehntel der Entfernung zwischen Erde und Sonne beträgt.

«Die neue Entdeckung hat weitreichende Folgen für unser heutiges Bild des Universums», zitierte das MPS den Wissenschafter Tiago Campante von der Universität Birmingham, der die Studie leitete. Der Fund belege, dass während des Grossteils der etwa 13,8 Milliarden Jahre währenden Geschichte des Universums Planeten von erdähnlicher Grösse entstanden seien. «Wir halten es deshalb für denkbar, dass auch in den frühen Phasen des Universums lebensfreundliche Welten existiert haben könnten», unterstrich Hekker.

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