AKWs gefährden tausende von Arbeitsplätzen

Würden Atomkraftwerke in der Schweiz wieder erlaubt, hätte das negative Folgen für die Beschäftigung in den Bau- und Erneuerbaren-Branchen. Eine aktuelle Studie der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) zeigt, dass tausende von Arbeitsplätzen gefährdet wären.

sda |

Allein eine blosse Streichung des AKW-Neubauverbots ohne weitere Schritte würde in den nächsten fünf Jahren 5800 bis 9500 Arbeitsplätze in der Photovoltaik- und der Baubranche gefährden, stellen die Studienautoren Dominic Müller, Aurelio Perot, Natalie Stalder und Jürg Rohrer fest. In den nächsten zehn Jahren könnten es bis zu 10'600 Arbeitsplätze sein.

Die Studie rechnet zudem vor, dass wenn es zu einer Planung oder dem Bau eines neuen AKWs kommen würde, in den nächsten zehn Jahren insgesamt 10'000 bis 16'000 Arbeitsplätze in der Schweiz gefährdet wären.

Zwar würde ein AKW-Neubau auch neue Stellen schaffen. Da die Schweiz das nötige Know-how und die Technologie aus dem Ausland einkaufen müsste, könnten die gefährdeten Arbeitsplätze in der Photovoltaik- und der Baubranche durch ein AKW-Projekt jedoch auch langfristig nicht annähernd kompensiert werden, heisst es in der Studie weiter.

Die Studie hält fest, «eine Energie- und Klimapolitik, die auf erneuerbare Energien und Gebäudesanierung setzt, ist nicht nur aus ökologischer, sondern auch aus beschäftigungspolitischer Sicht überlegen». Das AKW-Neubauverbot im Kernenergiegesetz «schütze nicht nur den Investitionspfad in erneuerbare Energien, sondern auch dezentrale Arbeitsplätze in der Schweiz».

2017 stimmte die Schweizer Stimmbevölkerung mit einem Ja-Stimmenanteil von über 58 Prozent der Energiestrategie 2050 zu. 2018 wurde in der Folge das Kernenergiegesetz angepasst, das seither den Neubau von Atomkraftwerken verbietet. Im Juni 2024 stimmte die Schweizer Stimmbevölkerung mit einem Ja-Stimmenanteil von 68 Prozent dem Stromgesetz zu, das neue verbindliche Ausbauziele für erneuerbare Energien für die Jahre 2035 und 2050 verankert. Das AKW-Neubauverbot blieb dabei erhalten.

Bundesrat schlägt Anpassung vor

2024 wurde die Volksinitiative «Jederzeit Strom für alle (Blackout stoppen)' eingereicht, die verlangt, dass alle klimaschonenden Arten der Stromerzeugung zulässig sein sollen – und damit indirekt die Streichung des AKW-Neubauverbots sowie ein Verbot fossiler Stromkraftwerke fordert. Der Bundesrat lehnt die Initiative ab, schlägt aber als indirekten Gegenvorschlag eine Anpassung des Kernenergiegesetzes vor, die den Neubau von Kernkraftwerken wieder ermöglichen soll, während fossile Kraftwerke weiterhin zulässig blieben.

Kommentare (1)

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  • Kollege | 20.07.2026
    Aufgrund des (herbeigeredeten?) Fachkräftemangels, wäre damit eine Entlastung durch Freiewerdung solcher Fachkräfte zu erwarten. Für eine Volkswirtschaft hat jederzeit genug günstig verfügbare Energie absolut höchste Priorität.
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