Wie das Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie Meteoschweiz am späteren Samstagnachmittag mitteilte, zeigte die Quecksilbersäule am Samstag bis 18 Uhr auch neue Rekorde beispielsweise in Neuenburg (38,1 Grad), Wynau BE (38,3) und Zürich-Kloten an (37,8).
Die bisherigen Rekorde an den genannten Messstellen lagen im Fall von Basel-Binningen bei 38,8 Grad, im Fall von Delsberg bei 38,1 und im Fall von Buchs AG bei 37,8 Grad. Im Fall von Visp VS wurde der bisherige Rekord von 36,8 Grad egalisiert. Scuol GR kam am Samstag auf 35,1 Grad gegenüber 33,8 Grad Höchsttemperatur bisher.
30,5 Grad auf dem Napf
Auch auf Jura-Höhen oder Erhebungen des Mittellands erreichten die Temperaturen neue Rekordwerte. So wurden am Samstag auf dem Chaumont oberhalb von Neuenburg 31,6 Grad gemessen (31,4) und auf dem Napf im bernisch-luzernischen Grenzgebiet 30,5 (29,7).
Meteorologinnen und Meteorologen hatten für Samstag den Höhepunkt der Hitzewelle prognostiziert, welche seit mehreren Tagen die Schweiz im Griff hält. Ab Sonntag soll es langsam, aber sicher etwas kühler oder jedenfalls weniger heiss werden. Der Allzeit-Temperatur-Rekord für die Schweiz wurde am Samstag aber nicht übertroffen: Er beträgt 41,5 Grad und stammt von August 2003 in Grono im Misox GR.
Auch warme Gewässer
Egalisiert wurde in der Aare in Bern am Samstag der Temperaturrekord von August 2022 mit 24,1 Grad. Laut dem Bundesamt für Umwelt (Bafu) handelt es sich sogar um einen neuen Rekord. Denn es wies für den Samstag an der Messstelle Bern-Schönau eine Temperatur von 24,13 Grad aus gegenüber 24,12 Grad am 4. August vor vier Jahren.
«Spaghettiwasser» nennt eine solche Temperatur eine in Bern beliebte Applikation, welche Aareschwimmerinnen und -schwimmern die Flusstemperatur in Echtzeit vermittelt.
Den auf dem Internet publizierten hydrologischen Daten des Bafu war am Samstag auch zu entnehmen, dass der Rhein bei Rheinfelden BL am Nachmittag bis zu 25,4 Grad warm war, die Sihl in Zürich-Sihlhölzli bis zu 28,6 Grad warm und der Kanton Zürich wies für das Wasser des Zürichsees in Oberrieden ZH am Samstag gegen Abend 28,2 Grad aus.
Kachelmann: Bis 45 Grad möglich
Der Schweizer Meteorologe Jörg Kachelmann sagte in einem am Samstagnachmittag von den Tamedia-Zeitungen publizierten Interview, in der Schweiz seien in Zukunft Temperaturen bis 45 Grad möglich.
«Dass der Klimawandel Heftigkeit und Häufigkeit von Hitzewellen steigert, belegen die Statistiken eindeutig. Die Temperaturkurve geht kontinuierlich nach oben. Das ist weder überraschend noch unerwartet. Man wusste genau, dass es so kommt», so Kachelmann.
Betroffen von der derzeitigen Hitzewelle sei vor allem der Westen und der Norden der Schweiz, weil die Hitzehauptströmung über Frankreich verlaufe.
