Angriff eines grossen Beutegreifers auf Rinder

aiz |

Im Pitztal ist es jetzt erneut zu Rissen bei Nutztieren gekommen, berichtet der Verein zum Schutz und Erhalt der Land- und Almwirtschaft in Tirol (A). Ein Ochse musste notgeschlachtet, eine Mutterkuh mit schweren Verletzungen ins Tal gebracht werden.

Die Begutachtung durch den Amtstierarzt ergab, dass ein grosser Beutegreifer die Tiere attackiert hat. Nachdem die Schafalpen im hinteren Pitztal nach mehreren Bärenangriffen abgetrieben wurden, ging das Raubtier nun offenbar auch auf eine Kuhherde los. Der Amtstierarzt hat entsprechende Proben entnommen.

«Sie hat gekämpft und alles gegeben»

«Als ich am Dienstagmorgen zu den Rindern gegangen bin, sind nicht wie sonst alle auf meine Lockrufe hin zu mir gekommen. Zwei Tiere habe ich schwer verletzt hinter Steinen gefunden. Die ausgewachsene Mutterkuh - die Leitkuh der Herde - und der einjährige Ochse hatten offene Wunden am ganzen Körper und zitterten stark.

Den Ochsen mussten wir noch am selben Tag notschlachten. Die Kuh konnten wir heute ins Tal bringen und hoffen, dass wir sie gesund pflegen können, auch wenn es derzeit nicht danach ausschaut. Sie hat gekämpft und alles gegeben, um ihre Herde zu verteidigen»» schildert Hirte Klaus Schrott die Lage im Riegetal.

Alpwirtschaft nicht möglich

«Natürlich wollten wir unsere Tiere nicht weiter dieser Gefahr aussetzen und haben die Herde heute von der Alp ins Tal gebracht. Mit einem derartigen Beutegreifer in der Region ist die Alpwirtschaft schlicht nicht möglich», so Schrott.

«Wir sehen unsere schlimmsten Befürchtungen bestätigt. Raubtiere finden ihre Beute. Sind keine Schafe auf den Alpen, gehen sie auf die Rinder los. Sind die Alpen leer, wandern sie ins Tal. Dass neben der Bedrohung durch Wölfe nun auch noch Bären hinzukommen, ist furchtbar», sagt Schrott.

Nächsten Montag tritt die im Julilandtag beschlossene gesetzliche Anpassung in Kraft. «Ich erwarte, dass nun, wie es den Bauern versprochen wurde, die entsprechenden Massnahmen zum Fortbestand unserer Almwirtschaft und der kleinbäuerlichen Struktur ergriffen und Abschüsse ermöglicht werden», kommentiert Vereinsobmann Josef Hechenberger die jüngsten Ereignisse.

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