Auf Schweizer Autobahnen gibt es immer mehr Stau

Die Überlastung der Schweizer Autobahnen nimmt weiter zu: 68'040 Staustunden registrierte der Bund im Jahr 2025 auf den Nationalstrassen. Verglichen mit dem Vorjahr entspricht das einer Zunahme um ein Fünftel. Die Folge ist auch zunehmender Ausweichverkehr.

sda |

Besonders betroffen von der zunehmenden Staudauer waren die Hauptachsen mit starkem Pendelverkehr wie die A1, A2 und A3, wie das Bundesamt für Strassen (Astra) am Dienstag mitteilte. Auf der A2 zwischen Basel und Chiasso etwa wurden 15'740 Staustunden gemessen, was einer Zunahme um rund 31 Prozent entspricht.

Ausweichvekehr

Auf den wichtigen Abschnitten war das Netz nicht mehr nur während der Stosszeiten am Morgen und am Abend, sondern oft permanent ausgelastet, wie das Astra weiter schrieb. Bereits kleinere Ereignisse wie Pannen führten zu Staus. Praktisch unverändert blieben hingegen die Staustunden vor dem Gotthard.

Die zunehmend unberechenbaren Reisezeiten auf den Nationalstrassen führten laut der Mitteilung ausserdem dazu, dass Verkehrsteilnehmende vermehrt auf Kantons- und Gemeindestrassen auswichen. Dies zeigte sich insbesondere auf den Hauptachsen A1 und A2, wo das Verkehrswachstum auf vielen parallel verlaufenden Kantonsstrassen höher war als auf den Autobahnen.

Allgemeine Verkehrsüberlastung

Die allgemeine Zunahme der Staustunden um rund 20 Prozent ist laut der Mitteilung hauptsächlich auf die allgemeine Verkehrsüberlastung zurückzuführen. Diese verursachte rund 89 Prozent der Staus. Weniger als vier Prozent gingen auf Baustellen zurück. Für die übrigen Staus waren in erster Linie Unfälle verantwortlich.

Insgesamt legten die Fahrzeuge auf dem Nationalstrassennetz rund 30 Milliarden Kilometer zurück, was einer Zunahme um 1,4 Prozent entspricht. Rund 25 Milliarden Kilometer entfielen auf Personenwagen, aber auch der Lieferwagenverkehr nahm zu. Rund 45 Prozent aller Fahrzeugkilometer wurden auf den Autobahnen zurückgelegt, obwohl diese nur rund drei Prozent des Strassennetzes ausmachen.

Gegenmassnahmen eingeleitet

Das Astra begegnet dieser Entwicklung beispielsweise mit Geschwindigkeitsharmonisierung oder der temporären Freigabe des Pannenstreifens. Durch diese Pannenstreifenumnutzung hätten die Staus etwa auf der A6 zwischen Thun und Bern sowie auf der A1 bei Winterthur «deutlich» reduziert werden können: Auf der A6 ging die Staudauer um insgesamt 117 Stunden oder 12 Prozent zurück.

Ausserdem läuft derzeit die Vernehmlassung für die prioritären Ausbauprojekte der Verkehrsinfrastruktur. In einem ersten Schritt sollen etwa zwei Engpässe auf der A1 sechs Spuren erhalten. Dazu kommen acht weitere Strassenprojekte, die der Bundesrat bis 2045 angehen will – darunter auch Vorhaben, die das Schweizer Stimmvolk 2024 an der Urne abgelehnt hatte.

Kommentare (1)

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  • Thomas | 01.07.2026
    Der Stau auf den Strassen schmerzt noch zu wenig, sonst wäre die Nachhaltigkeitsinitiative angenommen worden. Wir können auch alle Probleme hinausschieben, bis gar nichts mehr geht.
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