Benzinpreis könnte bis auf 2 Franken klettern

In der Schweiz ist die Ölversorgung durch den Konflikt im Nahen Osten zwar im Grundsatz nicht gefährdet, die Preise für Öl oder Benzin dürften aber stark steigen. Der Preis für einen Liter Benzin könnte an Schweizer Tankstellen auf 2 Franken ansteigen, sagen Experten.

awp |

Die Folgen des Kriegs gegen den Iran und die Vergeltungsschläge des Mullah-Regimes bekommen die Schweizer Konsumentinnen und Konsumenten vor allem an der Zapfsäule zu spüren. Die Preise für den Liter Benzin sind im Vergleich zur Vorwoche bereits um 10 bis 15 Prozent gestiegen.

Der Benzinpreis dürfte in den kommenden Tagen noch weiter ansteigen, glaubt Roland Bilang, Direktor des Schweizer Branchenverbands der Importeure flüssiger Brenn- und Treibstoffe Avenergy Suisse. Er schliesst nicht aus, dass der Literpreis auf 2 Franken klettern wird. Heute kostet ein Liter Benzin 95 bleifrei um die 1,70 Franken.

Am Weltmarkt ist der Preis für eine Tonne Benzin 95 bleifrei laut Avenergy Suisse am Montag auf 756 Dollar von 682 Dollar vom Freitag gestiegen. Hinzu kommen auf die hiesigen Preise an den Tankstellen noch Frachtkosten für den Transport bis zur Schweizer Grenze, staatliche Abgaben und Vertriebskosten.

«Es ist auch möglich, dass wir den Höchstpreis bereits erreicht haben, aber das ist natürlich Spekulation», fügte Bilang hinzu. Zudem würden die Preissteigerungen hierzulande durch den schwachen Dollar begrenzt. Hält der Konflikt mehrere Wochen an, dann sei damit zu rechnen, dass die Benzinpreise auf den hohen Niveaus bleiben, glaubt Bilang.

Energiemarkt im Stresstest

Grundsätzlich ist der Schweizer Ölmarkt trotz des Nahost-Konflikts laut Bilang gut versorgt. Es werde sich aber erst «in den nächsten Wochen zeigen, ob der hiesige Markt widerstandsfähig genug ist, um die Folgen des Konflikts bewältigen zu können».

Frühere kriegerische und politische Auseinandersetzungen im Nahen Osten hätten nur begrenzte und kurzfristige Auswirkungen auf die Ölpreise gehabt. Der Schweiz kommt auch zugute, dass rund die Hälfte der Rohöl-Importe aus den USA, etwa 35 Prozent aus Nigeria und 5 Prozent aus Kasachstan stammen.

Zudem sei die Schweiz dank strategischer Partnerschaften mit Ländern wie Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten gut aufgestellt, um mögliche Engpässe abfedern zu können.

Die Lage am Ölmarkt bleibt aber angespannt. Weitere Angriffe des Iran auf die Energieinfrastruktur im Nahen Osten könnten «schwerwiegende Folgen für die Förderung und den Handel mit Rohöl» haben, hiess es. Und ein möglicher Zusammenbruch des iranischen Regimes hätte wohl einen Produktionsstillstand im Land zufolge.

Iran als wichtiger Öl-Produzent

Der Iran ist mit beinahe 5 Millionen Barrel Öl pro Tag für rund 5 Prozent der weltweiten Produktion verantwortlich. Sorge bereitet Experten ausserdem, dass Reedereien, Ölkonzerne und Rohstoffhändler ihre Aktivitäten in der für den Energietransport wichtigen Strasse von Hormus vor dem Iran eingestellt haben. Das zeigen Satellitenbilder und Öltanker-Tracker auf.

Über diesen strategisch wichtigen Transitkorridor wird in etwa ein Fünftel der weltweiten Ölproduktion transportiert, was um die 20 bis 21 Millionen Barrel pro Tag sind. Sollte diese Route komplett blockiert werden, dann ist laut Experten mit einem Anstieg der Rohölpreise über die Marke von 100 Dollar je Barrel (159 Liter) zu rechnen. Zuletzt mussten für die Sorte Brent 79,27 Dollar und für US-Öl 72,21 Dollar je Barrel bezahlt werden.

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