Das sind die grössten Risiken für die Schweiz

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz hat Pandemien und eine Strommangellage als die mit Abstand grössten Risiken für die Schweiz identifiziert. Die neue nationale Risikoanalyse zeigt, dass diese beiden Gefahren das höchste Schadenspotenzial haben.

sda |

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz (Babs) hat am Montag seine aktualisierte nationale Risikoanalyse «Katastrophen und Notlagen Schweiz 2025» veröffentlicht. Die vierte Auflage des Berichts wurde unter Mitwirkung von 265 Fachleuten aus Verwaltung, Privatwirtschaft und Wissenschaft erarbeitet. Sie soll als Planungsgrundlage für Behörden und Unternehmen dienen.

Strommangellage mit hoher Eintrittswahrscheinlichkeit

Die mit Abstand grössten Risiken für die Schweiz gehen gemäss der Analyse von einer Pandemie und einer Strommangellage aus. Diese beiden Gefährdungen vereinen ein sehr hohes Schadenspotenzial mit einer vergleichsweise hohen Eintrittswahrscheinlichkeit.

Das Risiko einer Strommangellage wurde seit der letzten Analyse im Jahr 2020 dank ergriffener Massnahmen wie neuen Kontingentierungsplänen zwar reduziert. Dennoch bleibt es ein Top-Risiko, da die Eintrittswahrscheinlichkeit weiterhin als hoch eingestuft wird.

Zu den zehn grössten Risiken zählen nach diesen beiden Top-Gefahren ausserdem Erdbeben, ein grosser Andrang von Schutzsuchenden, Hochwasser, Stürme, Trockenheit, ein grossflächiger Stromausfall, eine Hitzewelle sowie ein Bergsturz.

Risikolandschaft verändert sich ständig

Die Analyse identifiziert insgesamt 44 relevante Gefährdungen für die Schweiz. Die Risikolandschaft sei einem ständigen Wandel unterworfen, heisst es im Bericht. Neu in die Liste aufgenommen wurden die Szenarien Bergsturz, Starkregen mit Oberflächenabfluss sowie eine Mangellage bei der Erdgasversorgung.

Im Gegenzug wurden drei bisherige Gefährdungsdossiers nicht mehr analysiert. Letzteres betraf die Ereignisse Unwetter, Ausfall Rechenzentrum und Anschlag Gefahrgut Schiene. Dieser Entscheid basierte laut dem Babs auf neuen Erkenntnissen und Ereignissen, bereits umgesetzten risikomindernden Massnahmen sowie technologischen Weiterentwicklungen.

Cyberangriffe werden derweil als alltägliches Risiko relevanter. Ein grosser, koordinierter Angriff auf mehrere Sektoren wird von den Fachleuten jedoch als sehr komplex und deshalb nur als «teilweise plausibel»eingestuft. Auch sei aktuell «keine konkrete Absicht einer möglichen Täterschaft» ersichtlich.

Drei Gefährdungsbereiche festgelegt

Die 44 Gefährdungen werden in drei Bereiche unterteilt. Bei den Naturgefahren können Erdbeben, Hochwasser und Stürme die höchsten Schäden verursachen. Im technischen Bereich sind dies Strommangellagen, Unfälle in Kernkraftwerken und Stromausfälle.

Bei den gesellschaftlichen Gefährdungen haben bewaffnete Konflikte und Pandemien das höchste Schadenspotenzial, was die Zahl der Todesopfer und die wirtschaftlichen Folgen betrifft.

Die Analyse soll Bund, Kantonen, Gemeinden und Betreibern kritischer Infrastrukturen als Grundlage für ihre eigene Vorsorgeplanung dienen. Megatrends wie der Klimawandel, die Digitalisierung oder geopolitische Polarisierung würden die Risiken in Zukunft weiter beeinflussen.

Kommentare (1)

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  • Realist | 03.03.2026
    Und bei dieser Analyse fällt kein Wort zu einer allfälligen Nahrungsmittelknappheit. Alle müssen täglich essen, aber in unserer "urbanen" Gesellschaft vergisst man das Elementarste. Sollte das eintreten wäre zum Beispiel die Corona-Pandemie nur eine Vorspeise gewesen.
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