Etwa 150 Verbraucher haben Angang Februar in Melbourne für ihr Recht auf den Konsum von Rohmilch protestiert. Hintergrund ist ein Gesetz des Bundesstaates Victoria, nachdem ab dem 1. Februar nicht pasteurisierte Rohmilch durch den Zusatz von Bitterstoffen konsumuntauglich gemacht werden muss.
Die Gesundheitsminister der Bundesstaaten in Australien sehen in dem Verzehr unbehandelter Milch eine Infektionsgefahr für die Bevölkerung, weshalb dieser verboten ist. Landwirte, die unerlaubt Rohmilch am Konsumenten abgeben, riskieren hohe Strafen. Dennoch gibt es eine Nachfrage für den unbehandelten und als natürlich geltenden Rohstoff, und dieser war bisher auch zu bekommen, zumindest in Victoria. In den dortigen Drogerien und Gesundheitsläden wird Bademilch als Kosmetika vertrieben, die Rohmilch enthält, aber nicht für den menschlichen Verzehr vorgesehen ist.
Dennoch wurde sie von Verbrauchern auch getrunken. Nachdem es zu mehreren Erkrankungen gekommen sein soll, will der Staat nun handeln und die Bademilch durch den bitteren Beigeschmack genussuntauglich machen. Im Sinne der Demonstranten ist das nicht. Sie fordern stattdessen das Produkt aus der Illegalität herauszuholen und den Kauf von eindeutig gekennzeichneter Rohmilch zu ermöglichen. Sie verweisen dabei auf liberalere Regelungen in anderen Ländern oder den verbreiteten Konsum in vielen US-Bundesstaaten.