Die Sanierung der Chemiemülldeponie Bonfol wird teurer als geplant: Weil mehr Sonderabfall verbrannt werden muss als angenommen, erhöhen sich die Kosten von 350 auf 380 Mio. Franken. Die Sanierung soll 2016 abgeschlossen werden. Aufkommen muss dafür die Basler Chemie.
In der im Sommer beendeten ersten Etappe im Südteil der Deponie sind 86'000 Tonnen Abfall ausgehoben, vorbereitet und verbrannt worden, wie die für die Sanierung zuständige bci Betriebs AG der Basler Chemie am Dienstag mitteilte. Seit vergangener Woche ist die zweite Sanierungsetappe im Gang.
Noch 89'000 Tonnen
Die Vorbereitungsarbeiten für die zweite Etappe dauerten von Ende Juli bis Anfang November. Im September wurde die über 3000 Tonnen schwere Aushubhalle um 82 Meter auf die Nordseite der Deponie gezogen. Dadurch wurde auf der sanierten Südseite ein 130 Meter breites, 80 Meter langes und bis zu 10 Meter tiefes Loch freigelegt.
In der zweiten Sanierungsetappe müssen aus heutiger Sicht rund 89'000 Tonnen Abfallmaterial ausgehoben und in Sondermüllanlagen verbrannt werden, wie die bci weiter mitteilte. Damit steigt die Gesamtmenge gegenüber der ursprünglichen Annahme um 41'000 Tonnen auf 175'000 Tonnen.
Areal wird mit Bäumen bepflanzt
Ein Grund für die höhere Abfallmenge ist laut der bci die Explosion, die im Juli 2010 in der Startphase die Sanierungsarbeiten für Monate lahmgelegt hatte. Seither werden ferngesteuerte Bagger eingesetzt, mit denen sich die Abfälle weniger präzis vom Tonboden trennen lassen. Zudem waren die Zwischendämme zwischen den einzelnen Abfalldepots schwer von den Abfällen zu unterscheiden.
Die Verantwortlichen gehen davon aus, dass pro Woche 800 Tonnen Abfall abgebaut werden können. Die Deponie soll deshalb bis im Frühjahr 2016 entleert sein, wie es im Communiqué heisst. Später soll die Grube wieder aufgefüllt und das rund 15 Hektaren grosse Areal mit einheimischen Bäumen bepflanzt werden.