
Die Mondsichel steht mal aufrecht, mal liegt sie wie eine Schale.
zvg
Drei Dinge zeigen sich aus der Stellung der Mondsichel. Je schmaler die Sichel ist, desto näher steht sie bei der Sonne. Ab 36 Stunden nach Neumond ist es möglich, die schmale Sichel erstmal zu entdecken. In der Antike war damit übrigens «Neumond» gemeint. Der «neue» Mond wurde ausgerufen. Daher stammt unser Wort «Kalender» denn Calare bedeutet ausrufen.

Die schmale Sichel steht nah bei Venus.
Goetheanum
Ausserdem zeigt die Sichel an, ob es Abend oder Morgen ist. Sieht man die rechte Seite des Mondes, so folgt der Mond der Sonne im Untergang, es ist abends. Sieht man die linke Seite, so ist es morgens. Ausserdem kann die Sichel wie eine Schale am Himmel liegen oder – wie es jetzt zu sehen ist – aufrecht stehen.
Dieser Unterschied ergibt sich aus der Stellung des Tierkreises. Jetzt im Spätsommer und Frühherbst steht abends der Tierkreis flach zum Horizont. Deshalb sieht man die Mondsichel aufrecht stehen. So zeigt der Mond den Ort der Sonne, die Tageszeit und auch die Jahreszeit an.
Regemässig berücksichtigt
Nicht nur nimmt der Mond nimmt wieder zu, nach der Tiefstellung am 18. wird er auch wieder aufsteigen. Beides darf nicht verwechselt werden. Aufsteigend (obsigend) und absteigend (nidsigend) bezeichnet die Stellung des Mondes in Bezug auf den Himmelsäquator. Was heisst das für Feld und Garten? Gepflanzt wird immer bei absteigendem Mond, wenn die Saftströme der Pflanzen den unteren Pflanzenteil verstärkt versorgen. Es kommt zu einem stärkeren Wurzelwachstum.
Ab dem 18, September geht der Mond wieder obsi.
Ist der Mond obsigend, konzentrieren sich die Kräfte auf die oberen Pflanzenteile. Ideal sind diese Phasen für die Ernte von Früchten und Gemüsen, die oberhalb der Erdoberfläche gewachsen sind.
Goetheanum
Es gibt keine genauen, offiziellen Statistiken darüber, wie viele Bauern exakt den Mondkalender nutzen, aber er wird vor allem in der biodynamischen Landwirtschaft und von traditionellen Kleinbetrieben regelmässig berücksichtigt.
Die Daten des «Schweizer Bauer»-Mondkalenders stammen vom Goetheanum in Dornach SO. Sie basieren auf den Erkenntnissen von Maria Thun, die 2012 verstorben ist. Bei einem Versuch mit Radieschen stellte sie fest, dass die ausgesäten Pflanzen alle zwei bis drei Tage Unterschiede im Blatt- und Knollenwachstum aufwiesen. Nachdem sie erfuhr, dass der Mond alle zwei bis vier Tage in ein anderes Sternbild wechselt, war für sie die Verbindung einleuchtend. In den folgenden Jahren unternahm sie mit fast allen Pflanzen ähnliche Aussaatversuche. Dabei kristallisierten sich vier Grundtypen heraus: Wurzel-, Blüten-, Blatt- und Fruchtpflanzen.