Schweizer Legehennen sollen Schweizer Futter essen. In Sorge um die gute Qualität der helvetischen Eier fordert GalloSuisse, die Vereinigung der Schweizer Eierproduzenten, dass Schweizer Hühner nur mit Futter genährt werden, das in der Schweiz hergestellt worden ist.
Da jedoch der Futtermittelbedarf für die Hennen bei weitem nicht aus inländischer Produktion gedeckt werden kann, fordert GalloSuisse in einer Resolution, dass zumindest «ausschliesslich in der Schweiz verarbeitetes Mischfutter zur Verwendung kommen soll», wie die Vereinigung am Donnerstag mitteilte.15 Prozent des benötigten Getreides in der Schweiz angebaut
So sei die Kontrolle der Zutaten einfacher, sagte GalloSuisse-Präsident Jean Ulmann auf Anfrage. Zudem hätten die Eierproduzenten grosses Vertrauen in die Schweizer Futtermühlen und deren Qualitätsnormen. Laut Ulmann wird lediglich 15 Prozent des für Hennen benötigen Getreides in der Schweiz angebaut.
Die Resolution, die am Donnerstag anlässlich der Delegiertenversammlung in Hohenrain LU von den 150 Delegierten einstimmig verabschiedet wurde, gehe nicht nur die Eierproduzenten an, sondern auch die Landwirte und die Händler sowie die Konsumenten.
Konsequente Eierproduzenten
Bei den Eierproduzenten sei man konsequent, sagte Ulmann. 99 Prozent kauften bereits heute Hühner-Futter, das in der Schweiz zusammengemischt wurde. GalloSuisse appelliert jedoch auch an das Gewissen all «jener Eierhändler und Grossverteiler, die dazu tendieren, die Türe für im Ausland gemischtes Futter offen zu halten, um dadurch möglicherweise einen Rappen pro Ei für sich generieren zu können». Sie sollten umdenken, «bevor es zu spät ist und alle draufzahlen».
Die Vereinigung erinnert an den Futtermittelskandal in Norddeutschland von Anfang 2011, als dioxinverseuchtes Futter entdeckt wurde. «Wir wissen, dass wir alles für uns Mögliche daran setzen wollen, um Ähnliches in der Schweiz zu verhindern», schrieb GalloSuisse.
Hennen in der Schweiz legen rund 750 Millionen Eier pro Jahr - die Menge, die in der Schweiz frisch konsumiert wird. Nochmals so viel werden in Nahrungsmitteln wie Teigwaren verarbeitet.