
Venus am Himmel über Chile. Auch bei uns lohnt sich der Blick zum Himmel.
P. Horálek
Abends steigt Venus im Westen immer höher. Anfang Mai findet man sie bei Sonnenunterg in einer Höhe von 22 Grad über der Landschaft. Mitte Mai steigt ihre Höhe auf 24,5 Grad. Bei solch einem Abstand vom Horizont ist der Nachbar der Erde auch nach Ende der Dämmerung noch zu sehen. Dann tritt der seltene Umstand ein, dass man Venus im Kreis der Sterne, auch der schwächer leuchtenden, sieht.

Dr Verlauf von Venus in den nächsten Wochen.
Goetheanum
In den ersten Maitagen zieht Venus rechts an Aldebaran, dem Hauptstern des Stieres, vorbei. Eine interessante Konstellation, die daran erinnert, dass Liebe nicht nur eine Sache des Gefühls ist, sondern auch des Willens. Dafür steht das Tierkreisbild Stier. Der Schriftsteller Erich Kästner hat es in die kurze Formel gebracht: «Nichts Gutes, ausser man tut es.»
Am 1. Mai begann nicht nur ein neuer Monat, es war auch Vollmond. Das heisst, dass die Sichel wieder schmaler wird. Dieser Wechsel hat weniger Einfluss auf die Pflanzen als die Mondstellungen. So die Zeit, in der der Mond obsi- und nidsigend ist. Der absteigende Mond ist nicht zu verwechseln mit dem abnehmenden Mond, den wir am Himmel sehen. Dasselbe gilt für den aufsteigenden Mond. Aufsteigend (obsigend) und absteigend (nidsigend) bezeichnet die Stellung des Mondes in Bezug auf den Himmelsäquator. Was heisst das für Feld und Garten? Gepflanzt wird immer bei absteigendem Mond, wenn die Saftströme der Pflanzen den unteren Pflanzenteil verstärkt versorgen. Es kommt zu einem stärkeren Wurzelwachstum.

Der Mondkalender für die kommende Woche.
Goetheanum
Das passt zum Frühlingswetter, denn nidsigend ist der Mond seit dem 21. April und noch bis am Mittag des 5. Mai. Vom 3. bis 5. Mai gibt es dabei Blatttage, an denen Pflanzen mit essbaren Blättern, also Salate und die meisten Kohlarten wie Kohlrabi und Blumenkohl, gepflanzt werden können.
Blattsalat kann nun direkt gesät und Kopfsalat ausgepflanzt werden. Kopfsalat stellt laut Gesal nur geringe Ansprüche an seinen Standort. Auf reichlich Sonne kann er jedoch nicht verzichten. Ein tiefgründiger, humusreicher Boden kommt ihm zwar entgegen, da er eine lange Pfahlwurzel ausbildet, ist aber kein Muss. Und, so der Gartenproduktehersteller: Kopfsalat ist durch seine Anspruchslosigkeit ein guter Lückenfüller. Und für die meisten Pflanzen ein guter Nachbar im Beet und Teil vieler Mischkulturen. Bohnen, Gurken und Rüebli, aber auch Tomaten, Kohlgemüse sowie Erdbeeren nehmen neben Kopfsalat gerne Platz im Beet. Einzig Sellerie ist kein guter Nachbar.