In der Westschweiz ist sie schon Geschichte, in der Deutschschweiz schlägt ihr letztes Stündlein Ende November: Die Telefonkabine verschwindet. Techniker bauten das letzte Exemplar ennet der Saane am Donnerstag ab. Ganz Schluss mit der Kabine ist am 28. November.
Landet in Museum
Mit der Telefonkabine und nach Abermillionen aus ihr übermittelten Liebesschwüren, Tränenmeldungen, Alarmen und Alltagsbanalitäten endet eine Ära in der Geschichte der schweizerischen Telekommunikation. Aus den schweizerischen Ortsbildern verschwand ein markantes Element, standen die Kabinen einst doch an buchstäblich jeder Ecke.
Die Swisscom will den Abbau der letzten Zelle in Baden denn auch nicht sang- und klanglos hinter sich bringen. Wie die Medienstelle verriet, gibt es eigens einen Anlass, und das gute Stück kommt im Museum für Kommunikation in Bern zu seinen letzten Ehren.
Der Erfolg der Mobiltelefonie läutete ab Ende der 1990-er Jahre den Niedergang der Telefonkabinen ein. Zwischen 2004 und 2016 sank die Anzahl der Telefonanrufe aus den Zellen gemäss Swisscom um 95 Prozent.
Gesetzliche Pflicht entfallen
2018 entfiel auch die gesetzliche Pflicht für die Swisscom, als Teil der Grundversorgung Telefonkabinen zu betreiben. 90 Prozent der Kabinen waren zu diesem Zeitpunkt bereits demontiert, weil nach ihnen kein Bedürfnis mehr bestand. Seither wurden laufend weitere abgebaut.
Etliche fanden eine neue Verwendung etwa als Rückzugsort in Grossraumbüros, Büchertauschplatz, Fumoir oder interaktive Rätselkabine. Wer sich eine in den Garten stellen wollte, konnte sich das für 3500 Franken pro Kabine plus Transport leisten.sda