Er möchte mehr Mitglieder gewinnen

Seit zehn Jahren gehört der Landwirt Sepp Koch aus Gonten dem Vorstand des Bauernverbandes Appenzell Innerrhoden an. Kürzlich hat er sich zum Präsidenten der ungefähr 300 Mitglieder wählen lassen.

Martin Brunner |

Seit zehn Jahren gehört der Landwirt Sepp Koch aus Gonten dem Vorstand des Bauernverbandes Appenzell Innerrhoden an. Kürzlich hat er sich zum Präsidenten der ungefähr 300 Mitglieder wählen lassen.

Mir liegt die Landwirtschaft am Herzen. Deshalb werde ich mich so gut als möglich für alle Innerrhoder Bauern einsetzen.» Wer wie Sepp Koch von der Loos in Gonten mit dieser Grundhaltung ein Präsidium übernimmt, bringt ideale Voraussetzungen mit. Denn einfach ist es in der heutigen Zeit nicht für einen Präsidenten eines Bauernverbandes.

Das gilt auch im Kanton Appenzell Innerrhoden, der zwar mit seinen landwirtschaftlichen Produkten weit über den Kanton hinausstrahlt. Milch-, Käse-, Fleischprodukte und mehr sind beliebt. «Trotzdem müssen wir innovativ bleiben und offen sein für Neues», betont er. «Nur so hat die Landwirtschaft auch in Zukunft Chancen.»

Logische Folge

Sepp Koch gehört dem Vorstand seit zehn Jahren an, zuletzt als Vizepräsident. Die Wahl zum Präsidenten war deshalb eine logische Folge. Ein wichtiger Teil für die positive Weiterentwicklung der Landwirtschaft sind für ihn die Teilnahme an regionalen bäuerlichen Seminaren, der Austausch mit dem nationalen Verband und Vernehmlassungen. «Diese sind eine gute Möglichkeit, um auf kantonaler und nationaler Ebene auf unsere Anliegen aufmerksam zu machen», sagt er.

Dabei steht für ihn und wohl auch für die fast 500 Innerrhoder Bauern die reale Landwirtschaft im Vordergrund. Das bedeutet, dass er vor allem mit der Produktion ein Einkommen erwirtschaften möchte. In der Landschaftspflege sieht er einen wichtigen Faktor für den Tourismus, möchte diese aber nicht noch weiter ausbauen.

Neue Möglichkeiten

Im Weiteren erwähnt Koch die innere Aufstockung mittels Sondernutzungszonen. Damit kann der Grosse Rat einem Bauern die Möglichkeit geben, sich wirtschaftlich weiterzuentwickeln. Das Innerrhoder Projekt zur regionalen Entwicklung ist gut angelaufen und eröffnete dem einen und anderen Bauern neue Absatzmöglichkeiten.

«Entscheidend ist zudem, dass die Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft, Gewerbe und Tourismus recht gut funktioniert. Die gegenseitige Wertschätzung ist gross. So konnte die Marke Appenzell zu einem Erfolg werden.» Sorgen bereiten ihm der stete Druck auf die Produzentenpreise und die Abhängigkeit von den Direktzahlungen sowie deren Rechtfertigung bei den Konsumenten.

Nicht zuletzt möchte er die Mitgliederzahl von 300 Bauern steigern. Bei all seinen Anliegen ist er froh, dass er durch seine Funktionen im Grossen Rat und anderen auf ein gutes Netzwerk zurückgreifen kann.

Freude an der Natur

Der neue Bauernpräsident wurde mit grosser Überzeugung Bauer. Die Freude an der Natur, den Tieren und an der Selbständigkeit stehen für ihn im Vordergrund. Er pflegt das Brauchtum, indem er sennisch von seiner Alp unterhalb der Scheidegg «öberefahrt». Er freut sich noch heute, dass er den Betrieb mit den 25 Hektaren 1990 zusammen mit seiner Frau Martina übernehmen konnte, als sein Vater erst 49 Jahre alt war. 

Vor allem er und ein Lehrling versorgen 22 Milchkühe, einiges Jungvieh und die 50 Mutterschweine. Mit seiner Milcheinlieferung an die Arnold AG befindet er sich im nationalen Durchschnitt. «Wir haben in Innerrhoden keine eigene Käserei», sagt er.

«Die Verarbeitung zu Appenzeller Käse ist oft klimatisch eingeschränkt und die Kapazitäten der Appenzeller Trinkmilch sind beschränkt. Deshalb sind viele Bauern darauf angewiesen, dass sie ihre Milch auswärts verwerten lassen können. Die Zukunft der Loos ist gesichert.

Nach Sepp (Bäcker und technischer Kaufmann), Patrick (Zimmermann), Reto (Metzger) entschied sich Thomas, Landwirt zu werden. Er wird den Betrieb später übernehmen. Fehlt noch Manuela, die nach der Schulzeit ihre Lehre als Fachangestellte Gesundheit beginnen wird. 

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