Polen hat aufgrund der umfassenden Maisimporte im Rahmen des sogenannten vertieften und umfassenden Freihandelsabkommens mit der Ukraine (DCFTA) EU-Sonderhilfen sowie Einfuhrbeschränkungen eingefordert.
Polens Agrarminister Jan Krzysztof Ardanowski rechtfertigte seine Forderungen auf dem Agrarratstreffen mit dem zunehmenden Preisdruck auf den polnischen sowie den Maismarkt der EU insgesamt.
Zugleich erinnerte Warschaus Agrarressortchef auf die deutlich niedrigeren Produktionsstandards für ukrainischen Mais. Dies gelte insbesondere für den chemischen Pflanzenschutz. Unterstützung erhielt Polen von Rumänien, Ungarn und Lettland. Alle drei Delegationen halten EU-Unterstützung mit dem Verweis auf bestehende Doppelstandards in diesem Fall für gerechtfertigt.Ardanowski verwies darauf, dass sein Land zwischen Januar und August dieses Jahres fast 300'000 Tonnen Mais eingeführt habe, knapp die Hälfte davon allein aus der Ukraine.
Unterdessen stellte EU-Agrarkommissar Phil Hogan klar, dass er gegenwärtig keinen Handlungsbedarf sehe. Aus Sicht des scheidenden Brüsseler Agrarchefs sind die ukrainischen Lieferungenim Vergleich zum gesamten Maisaufkommen in der EU noch vergleichsweise niedrig. Auch habe seine Behörde beim Mais keinen besonderen Preisdruck feststellen können.