Gehirn der Fruchtfliege hat Reparatur-Mechanismus

Berner Forschende haben eine Besonderheit von Fliegengehirnen entdeckt: Sie können Nervenzellen immer wieder neu bilden und sich so selbst reparieren. Auch das Gen dafür haben sie gefunden. Die Forschenden hoffen, dank dieser Erkenntnisse neurodegenerative Krankheiten wie Alzheimer oder Parkinson besser zu verstehen.

sda |

Berner Forschende haben eine Besonderheit von Fliegengehirnen entdeckt: Sie können Nervenzellen immer wieder neu bilden und sich so selbst reparieren. Auch das Gen dafür haben sie gefunden. Die Forschenden hoffen, dank dieser Erkenntnisse neurodegenerative Krankheiten wie Alzheimer oder Parkinson besser zu verstehen.

Was bis vor kurzem als unmöglich betrachtet wurde - dass das Gehirn von erwachsenen Wirbeltieren neue Hirnzellen bildet, - gilt heute als gesichert - auch beim Menschen. Man gehe davon aus, dass beim Menschen die Neubildung von Neuronen im Erwachsenenalter wichtig für das Gedächtnis ist, teilte die Universität Bern am Donnerstag mit. 

Reparatur-Mechanismus gefunden

Doch wenn Neuronen wegen eines Gewebeschadens oder Alterungsprozessen absterben, entstehen Krankheiten mit meist irreversiblen Symptomen. Nicht so bei Fruchtfliegen: Bei ihnen entstehen in bestimmten Gehirnregionen neue Nervenzellen, schreibt das Team um Ismael Fernández-Hernández von der Universität Bern im Fachjournal «Cell Reports». 

Mit Hilfe eines neuen Zell-Verfolgungs-System mit leuchtenden Markierungsstoffen stellten die Forschenden fest, dass die Fliegengehirne nach einer Verletzung des Gehirns einen Reparatur-Mechanismus in Gang setzten. Sie fanden auch das Gen, das diesen Prozess steuert. War es angeschaltet, aktivierte es schlafende neuronale Stammzellen. Diese begannen daraufhin, neue Neuronen zu produzieren. 

Ähnliche Gene wie der Mensch 

Bislang habe man nicht gewusst, wie dieser Prozess reguliert wird, sagte Studienleiter Eduardo Moreno in der Mitteilung. Da die Fruchtfliege viele ähnliche Gene wie der Mensch besitze, sei sie gut dafür geeignet, um die neuen Neuronen und ihre Rolle bei der Gedächtnisbildung und -erhaltung besser zu verstehen. 

Durch das Studium von Organismen, die ihr Gehirn regenerieren können, liesse sich ebenfalls herausfinden, warum der Mensch dazu weniger effizient in der Lage ist, erklärte der Zellbiologe.

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