Gesetze weiter auf Tierhäuten

Es ist eine alte britische Tradition, die die Regierung um keinen Preis aufgeben will: das Drucken von Gesetzestexten auf Tierhäuten.

Es ist eine alte britische Tradition, die die Regierung um keinen Preis aufgeben will: das Drucken von Gesetzestexten auf Tierhäuten.

In der vergangenen Woche hatte das britische Oberhaus entschieden, aus Kostengründen auf das Pergament zu verzichten und so jährlich umgerechnet rund 110'000 Franken einzusparen. Das sogenannte Cabinet Office, das die Regierungsaktivitäten koordiniert, schritt nun aber ein.

Cabinet-Office-Minister Matthew Hancock sagte der Zeitung «The Daily Telegraph» vom Montag, seine Behörde sei bereit, die Druckkosten zu übernehmen. «Die Welt um uns herum ändert sich ständig, daher sollten wir uns einige unserer grossen Traditionen bewahren und das Pergament nicht aussterben lassen.»

Das letzte Wort dürfte aber noch nicht gesprochen sein: Einige Abgeordnete stellten klar, dass das Parlament und nicht die Regierung darüber zu entscheiden habe. Die Gesetze auf Pergamentrollen werden in einem zum Londoner Parlamentsgebäude gehörenden Turm - dem Victoria-Tower - aufbewahrt. Sie nehmen viel Platz weg: So ist etwa eines zu Steuerfragen aus dem Jahr 1821 fast 350 Meter lang.

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