Unmittelbar nach dem Anpfiff der Champions-League-Partie FCB - Schalke haben Aktivisten von «Greenpeace» mit einer waghalsigen Aktion für einen mehrminütigen Unterbruch gesorgt. Vier Mitglieder der Umweltschutzorganisation seilten sich vom Stadiondach des «St.-Jakob-Parks» ab.
Sie breiteten ein riesiges gelbes Transparent aus. Darauf stand: «GAZPROM DON'T FOUL THE ARCTIC». Mit ihrer Aktion protestierten die «Greenpeace»-Kletterer vor einem Millionen-TV-Publikum eigenen Angaben zufolge gegen die Ölbohrpläne des russischen Gas- und Erdöl-Multis Gazprom. Sie forderten die Freilassung der seit Tagen in Russland inhaftierten 30 Besatzungsmitglieder der «Arctic Sunrise».
Beim Rückzug wurden die Kletterer von Stewards in Empfang genommen. Ein Polizeisprecher bestätigte gegenüber der Nachrichtenagentur sda, dass ihre vom Stadionbetreiber Basel United 14 Personen übergeben worden seien. Den Schauplatz Basel hatten die Umweltschützer bewusst ausgewählt. Der Wirtschafts-Koloss Gazprom (gegen 120 Milliarden Euro) mit Sitz in Moskau tritt seit Jahren als Hauptsponsor von Schalke auf und pumpt Millionen in die europäische Fussball-Eliteklasse. Die Arktisschützer hätten dem russischen Geldgeber «für seine rüden Fouls in der Arktis die rote Karte gezeigt», begründete die Organisation ihr spektakuläres Störmanöver.
Die gegen 36'000 Zuschauer reagierten auf die ungebetenen Gäste mit Erstaunen - ebenso wie der UEFA-Präsident Michel Platini in der Ehrenloge. Politische Statements duldet der europäische Verband nicht. Der Vorfall werde rapportiert, danach werde die UEFA entscheiden, ob gegen den FCB mit Sanktionen rechnen muss, sagte ein Sprecher gegenüber «SRF».
Er wird sich als verantwortlicher Gastgeber die Frage gefallen lassen müssen, wie es möglich war, dass mehrere Aktivisten mit Rucksäcken und schwerem Seilmaterial unbemerkt das Dach der Arena «entern» konnten.
Aktivisten angezeigt
Nach der Greenpeace-Aktion im Stadion St. Jakob-Park beim Spiel des FC Basel gegen den FC Schalke 04 hat Stadionbetreiber Basel United am Mittwoch Strafanzeige eingereicht. Diese lautet auf Hausfriedensbruch. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft bestätigte den Eingang der Anzeige.
Die Staatsanwaltschaft werde nun entsprechende Abklärungen aufnehmen, sagte der Sprecher auf Anfrage. Nach der spektakulären Aktion von Greenpeace waren 17 Aktivisten vom Sicherheitsdienst im Stadion festgehalten und der Polizei übergeben worden. Die Polizei führte bei den Aktivisten eine Personenkontrolle durch, wie ein Polizeisprecher sagte. Danach seien die Konollierten noch vor Ort wieder entlassen worden.