Die Studie ist noch nicht die Basis für eine Zulassung der Behandlungsstrategie durch die Arzneimittelbehörden. Eine gross angelegte klinische Untersuchung auf Wirksamkeit und Verträglichkeit der Phase III läuft aber bereits.
Die neue Behandlungsstrategie kombiniert zwei Ansätze. Zum einen erhielten die Patientinnen und Patienten das Medikament Pembrolizumab. Es handelt sich um einen sogenannten Checkpoint-Inhibitor, der die körpereigene Abwehr gegen die Tumorzellen reaktiviert. Zum anderen wurde für jeden Teilnehmenden ein individueller mRNA-Impfstoff namens Intismeran hergestellt. Dieser enthält die Bauanleitung für bis zu 34 charakteristische Merkmale des jeweiligen Tumors und soll eine gezielte Immunantwort auslösen.
Deutlich weniger Rückfälle nach fünf Jahren
Die Studie umfasste 157 Patienten mit einem fortgeschrittenen Melanom – umgangssprachlich schwarzer Hautkrebs -, deren Tumoren zuvor operativ entfernt worden waren. 107 von ihnen erhielten die Kombinationstherapie, während 50 Probanden nur mit Pembrolizumab behandelt wurden. Nach einer mittleren Beobachtungszeit von fünf Jahren lag das Risiko für einen Rückfall in der Kombinationsgruppe um 49 Prozent tiefer.
Die rückfallfreie Überlebensrate betrug 68,8 Prozent gegenüber 49,1 Prozent in der Vergleichsgruppe. Ein Trend zu einem besseren Gesamtüberleben war ebenfalls sichtbar, jedoch aufgrund der kleinen Fallzahlen statistisch nicht signifikant.
Noch in diesem Jahr könnten die ersten Ergebnisse aus der bereits laufenden grossen Wirksamkeitsstudie (Phase III) mit für eine etwaige Zulassung der neuen Therapie durch die Arzneimittelbehörden relevanten Informationen vorliegen. Es wäre der erste Zulassungsantrag für einen derartigen Krebsimpfstoff.
Verbesserung der Immuntherapie
Das Prinzip mit diesem oder ähnlichen Biotech-Medikamenten zur Immun-Checkpoint-Blockade hat in den vergangenen Jahren die Therapie vieler Tumorerkrankungen revolutioniert. Am Anfang stand hier die fortgeschrittene Melanomerkrankung. Der Schwarze Hautkrebs gilt seit Jahrzehnten als potenziell immunologisch angreifbar, weil er sehr viele «neue» Antigene aufweist und die Haut ein besonders immunologisch wirksames Organ ist.
Allerdings wäre der Aufwand für eine solche Melanom-Kombinationstherapie enorm. Der Immuncheckpoint-Inhibitor Pembrolizumab war im Jahr 2025 das weltweit umsatzstärkste Medikament mit rund 27,7 Milliarden Euro. Die nun zusätzlich erprobte Vakzine muss für jeden einzelnen Patienten produziert werden. Das ähnelt dem Vorgehen mit den sogenannten CAR-T-Zellen vor allem bei Blutkrebs. Die beteiligten Pharmaunternehmen rechtfertigen damit sehr hohe Preise.
Geschädigte Zellen
Einzelne beschädigte Zellen können sich zu Krebszellen entwickeln. Hautkrebs tritt in verschiedenen Formen auf. Die gefährlichste Form ist das Melanom, auch schwarzer Hautkrebs genannt, weil er Metastasen bildet. Diese können auch andere Organe schädigen.
Laut Krebsliga erkranken in der Schweiz jährlich rund 3100 Menschen an einem Melanom, rund 300 sterben an den Folgen dieser Krebserkrankung. Häufiger, aber weniger gefährlich sind die hellen Hautkrebsarten, wie das Basaliom und das Spinaliom. Beide werden meist chirurgisch entfernt und bedürfen in der Regel keiner weiteren Therapie.
Auch für Melanome bestehen gute Heilungschancen, sofern das Melanom noch klein und auf die Oberhaut begrenzt ist. Deshalb ist eine frühe Erkennung so wichtig. Mehr lesen Sie hier.
