Die Jugendliche wurde im Kreis 8 von dem herabfallenden Ast getroffen. Nach der medizinischen Erstversorgung wurde sie der Mitteilung zufolge in kritischem Zustand ins Spital gebracht. Am Mythenquai wurden den Angaben zufolge sechs weitere Personen durch umstürzende Bäume leicht verletzt. Zwei von ihnen mussten hospitalisiert werden.
Zwei Stunden über Stadt
Das Gewitter zog gegen 18.00 Uhr von Urdorf her Richtung Winterthur und hielt sich während rund zwei Stunden über dem Stadtgebiet. SRZ habe zwischen 17.30 Uhr und 21.00 Uhr rund 270 Einsätze in der Stadt Zürich bewältigt. Die Sanität rückte zu 50 Einsätzen aus.
Eine Person musste aus einem Gebäude gerettet werden, in dem der Wasserpegel angestiegen war. Beim Bahnhof Wollishofen wurde eine Unterführung überflutet. Die Einsatzkräfte wurden unter anderem wegen umgestürzter Bäume und Äste, blockierter Verkehrsachsen, Stromgefahren, herumfliegender Gegenstände und überfluteter Keller aufgeboten.
Bilder auf der News-Website «20 Minuten» auf «blick.ch» und in sozialen Medien zeigten unter anderem ein durch herumfliegende Äste eingeschlagenes Schaufenster bei der Sihlpforte und Regenwasser, das in die Haupthalle des Zürcher Hauptbahnhofs eindrang. zum Teil wurden auch ausgewachsene Bäume umgerissen, wie auf «watson.ch» zu sehen war.
680 Feuerwehreinsätze
Die Einsatzzentrale von SRZ registrierte im selben Zeitraum 730 Feuerwehr- und 130 Sanitätsnotrufe. Insgesamt wurden im Kanton Zürich 680 Feuerwehreinsätze disponiert. Besonders betroffen waren neben der Stadt Zürich die Regionen Bülach, Bassersdorf, Dübendorf, Erlenbach und Meilen.
In Zürich kam es wegen umgestürzter Bäume und beschädigter Fahrleitungen zu Einschränkungen im Tram- und Busverkehr. Die Stadtpolizei verzeichnete zudem rund 60 Meldungen wegen umgestürzter Bäume, austretenden Wassers und losgerissener Schiffe.
Bis 50 mm Regen
Das Unwetter gehörte zu einer Serie heftiger Gewitter, die am Freitagabend über die Schweiz zogen. Laut SRF Meteo wurden landesweit mehr als 15'000 Blitze registriert. In Zürich-Leutschenbach fielen 37 Millimeter Regen, in Sihlbrugg 50 Millimeter. Zudem wurden Sturmböen und lokal Hagel gemessen.
Zudem habe es Sturmböen gegeben, sagte SRF-Meteorologe Thomas Bucheli in der Sendung. In Luzern etwa sei eine Böe mit einer Geschwindigkeit von 91 km/h gemessen worden. Betroffen waren auch weitere Regionen. Hagel gab es beispielsweise in Spiez im Berner Oberland und in Buochs im Kanton Nidwalden.
In den kommenden Tagen setzt sich die markante Hitzewelle fort. Ein Ende ist nicht abzusehen.
