Auf der Geschäftsstelle der Oekonomischen und Gemeinnützigen Gesellschaft des Kantons Bern (OGG) ist ein Wechsel angesagt. Für Hans-Martin Kaiser schlägt der Vorstand den Mitgliedern Franz Hofer zur Wahl vor.
Der bisherige Geschäftsführer der Oekonomischen und Gemeinnützigen Gesellschaft des Kantons Bern (OGG), Hans-Martin Kaiser (62), möchte nach fast 28 Jahren etwas kürzertreten. Er wird deshalb auf 30. September 2013 von dieser Funktion zurücktreten. Simon Bichsel, Präsident der OGG, ist froh, dass Hans-Martin Kaiser seine langjährige Erfahrung der OGG weiterhin für Sonderaufgaben zur Verfügung stellen wird.
Rückblick auf 28 Jahre
«Während früher bei der OGG Aktivitäten im Bildungsbereich im Zentrum standen, ist es heute neben dem ‹Schweizer Bauer› vor allem die soziale Dienstleistung ‹Betreutes Wohnen in Familien BWF›», erklärt Hans-Martin Kaiser rückblickend. Höhepunkte für Kaiser waren die Bauern-Unternehmerschulung BUS; das 150-Jahre-Jubiläum des «Schweizer Bauer» 1996 im Kursaal Bern, die Neueröffnung der ständigen Ausstellung über die OGG 1998 im Schloss Jegenstorf und vor allem 2009 das 250-Jahre-Jubiläum der OGG im Berner Münster. Keine Gemeinnützige Gesellschaft in der Schweiz ist nämlich älter als die OGG. Ganz besonders stolz ist Kaiser, dass die gesunden Finanzen es der OGG ermöglichten, im Dezember 2012 den «Schweizer Bauer» wieder vollständig zurückzukaufen, nachdem der Titel 1991 in eine Verlags-AG unter Beteiligung der Espace Media in Bern ausgelagert wurde. «Der OGG und dem ‹Schweizer Bauer› werde ich für noch zu definierende Sonderaufgaben im beschränkten Umfang weiter zur Verfügung stehen», bestätigt Hans-Martin Kaiser. Und er werde sich vermehrt seinem Bauernhof und der Arbeit im Gemeinderat von Gerzensee widmen sowie ein Buchprojekt über einen Abenteurer in seiner Familie in Angriff nehmen.
Franz Hofer designiert
Neuer Geschäftsführer mit einem Arbeitspensum von 70Prozent soll auf 1.Oktober Franz Hofer werden. Der 45-Jährige ist gelernter Landwirt und dipl. Ing-Agr. ETH, er promovierte mit einer Doktorarbeit zu den Auswirkungen der Direktzahlungen auf den Strukturwandel. Zudem bewirtschaftet Franz Hofer mit seiner Frau und drei Kindern in Obergoldbach BE einen kleinen Bio-Bauernhof. Auch als bisheriger Geschäftsführer der Bernischen Stiftung für Agrarkredite (BAK) kennt er die Landwirtschaft und ihre Sorgen aus verschiedensten Perspektiven.
«Der Vorstand der OGG ist überzeugt, mit Franz Hofer der Mitgliederversammlung vom 2.November 2013, welche für die definitive Wahl zuständig ist, einen ausgezeichneten Wahlvorschlag unterbreiten zu können», erklärt Simon Bichsel. Der Präsident betont, dass die OGG mit ihrer 254-jährigen Tradition und trotz zusätzlichem Engagement beim «Schweizer Bauer» auch neue Projekte in Angriff nehmen will. «Im Sinne einer Vorwärtsstrategie will der Vorstand die in den Statuten der OGG verankerte Förderung der Verständigung zwischen Stadt und Land neu anpacken», erklärt Bichsel.
Austausch Stadt-Land
Der designierte Geschäftsführer Franz Hofer verrät dazu so viel: «In Zukunft will sich die OGG stärker des Themas Stadt-Land annehmen. Während dieses Thema von einigen als Problematik unter dem Begriff Stadt-Land-Graben betrachtet wird, wollen wir innovative Ideen entwickeln, wie sich Stadt und Land sinnvoll ergänzen können.» Ganz generell soll der Austausch zwischen Stadt und Land gefördert werden, um das gegenseitige Verständnis und die Wertschätzung zu steigern. Mögliche Themen sind die Bildung, raumplanerische Aspekte wie Mobilität und Kulturlandschutz oder auch Fragen des Finanzausgleichs.