Giftige Chemikalien aus importierten Textilien gelangen durch die normale Haushaltswäsche auch in Schweizer Gewässer. Zu diesem Schluss kommt eine am Dienstag veröffentlichte Untersuchung der Umwelt-organisation Greenpeace.
Greenpeace testete laut eigenen Angaben Kleider diverser Modemarken aus elf Verkaufsländern, darunter der Schweiz. Die Kleider enthielten Chemikalien namens Nonylphenolethoxylate (NPE), die bei der Herstellung in Ländern wie China oder Vietnam oft eingesetzt werden. Gelangt NPE ins Wasser, bildet sich daraus das Umweltgift Nonylphenol (NP).Greenpeace untersuchte, was passiert, wenn neue NPE-haltige Kleidungsstücke gewaschen werden. Resultat: In der Hälfte der untersuchten Stoffproben wurden mehr als 80 Prozent der NPE bereits mit der ersten Wäsche entfernt. Es sei davon auszugehen, dass mit der Zeit alle NPE-Rückstände aus den Textilprodukten ausgewaschen würden, schreibt Greenpeace.
Die Stoffe gelangen mit dem Waschwasser in die Kanalisation und in die Kläranlagen. Diese sind laut Greenpeace nicht in der Lage, NPE effizient zu filtern. Deshalb gelangen die Chemikalien in die Umwelt, wo sich Nonylphenol bildet, das bei Mensch und Tier den Hormonhaushalt stören kann.
Greenpeace verlangt, dass die Modebranche ihre Produkte entgiftet. Für Nonylphenolethoxylate gebe es längst ungefährlichere Alternativen auf dem Markt. Einige grosse Marken haben einen Ausstieg aus der Produktion mit gefährlichen Chemikalien bis zum Jahr 2020 zugesichert.