Keltische Männer assen mehr Fleisch als Frauen

Die Untersuchungen eines 2000 Jahre alten Gräberfeldes in Münsingen BE haben neue Erkenntnisse zum Essverhalten der Kelten ans Licht gebracht. Demnach bekamen Männer mehr Fleisch zu essen als die Frauen. Noch mehr tierische Proteine gab es vermutlich für Krieger.

sda |

Die Untersuchungen eines 2000 Jahre alten Gräberfeldes in Münsingen BE haben neue Erkenntnisse zum Essverhalten der Kelten ans Licht gebracht. Demnach bekamen Männer mehr Fleisch zu essen als die Frauen. Noch mehr tierische Proteine gab es vermutlich für Krieger.

Die Berner Anthropologinnen untersuchten Skelette aus dem 5. bis 3. Jahrhundert vor Christus. Die Ergebnisse zeigten deutliche Unterschiede in der Ernährung von Frauen und Männern, teilte die Universität Bern am Dienstag mit.

Fische wurde nicht konsumiert

Die Forscherinnen fanden bei erwachsenen Männern einen erhöhten Anteil an tierischen Proteinen. Bei manchen Männern lagen Waffen mit im Grab, vermutlich, weil sie zu Lebzeiten Krieger waren. Ihre besonders hohen Proteinwerte lassen darauf schliesslich, dass sie noch mehr Fleisch assen.

Auch bei alten Menschen waren die entsprechenden Werte leicht erhöht. Grundsätzlich ernährte sich die keltische Bevölkerung aber pflanzlich. Fische wurden anscheinend nicht konsumiert. Die untersuchten Skelette stammen aus dem keltischen Gräberfeld von Münsingen-Rain BE. Sie wurden bereits 1906 ausgegraben und befinden sich heute im Historischen Museum in Bern. Insgesamt fand man 220 reich ausgestattete Gräber.

Kriegerverbände drangen bis nach Rom vor

Gefunden wurden auch Knochen von Kindern. Es waren jedoch zu wenige, um über das Ernährungsverhalten von Kindern verlässliche Aussagen zu machen. Die in Münsingen bestatteten Männer könnten Teil einer Kriegerelite gewesen sein. Im 4. und 3. Jahrhundert vor Christus waren keltische Gruppen aus dem Gebiet nördlich der Alpen unterwegs. Kriegerverbände drangen bis nach Rom vor, plünderten und verwüsteten die Stadt.

Als nächstes wollen die Wissenschaftler andere keltische Gräberfelder aus der Schweiz untersuchen. Dabei sollen verschiedene Bevölkerungsgruppen miteinander verglichen werden und nach regionalen Unterschieden und Gemeinsamkeiten geforscht werden.

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