Königin der Schnee-Arena

Eigentlich beginnt die Saison der Ringkuhkämpfe im Wallis erst am 25. März. Um jedoch auch Ski-Touristen einen Einblick ins Walliser Kulturguts zu gewähren, fand ein erster Ringkuhkampf oberhalb Leukerbad statt.

Christian Zufferey |

Eigentlich beginnt die Saison der Ringkuhkämpfe im Wallis erst am 25. März. Um jedoch auch Ski-Touristen einen Einblick ins Walliser Kulturguts zu gewähren, fand ein erster Ringkuhkampf oberhalb Leukerbad statt.

Die Kampfeslust war teilweise noch etwas verhalten. Meist waren die Schwünge nur kurz, was aber auch daran liegt, dass die Rinder Respekt vor dem Schnee zeigten. Letztlich konnte aber dennoch Leila von Reto Julier den Match im Schnee gewinnen.

Sie musste zunächst gegen ein Rind antreten, das gar keine Kampflust verspürte, so dass sie problemlos eine Runde weiter kam. Im Finale hat sie schliesslich zwei weitere Gegnerinnen bezwungen.

Gewinner sind alle

Am Ringkuhkampf im Schnee teilgenommen haben nur acht Züchter mit ihren Rindern. Da die Arena klein war, durften, um sich nicht gegenseitig zu gefährden, nur zwei Tiere gleichzeitig in die Arena geführt werden. So liess man sie im Cup-System gegeneinander antreten, wobei die in der Vorrunde unterlegenen Rinder im kleinen Finale um die Plätze 5 bis 8 kämpften.

Die Siegerinnen fochten danach unter sich noch die ersten vier Ränge aus. Nach knapp 1½ Stunden war das Spektakel bereits wieder vorbei. Wenngleich Juliers Leila diesen Kampf gewonnen hat, haben dennoch alle acht Teilnehmer eine Glocke im Wert von 550 Franken entgegennehmen können.

Ein Anlass für Touristen

Eigentlich beginnt die Saison der Ringkuhkämpfe im Kanton Wallis erst am 25. März in Leytron und endet mit dem kantonalen Finale vom 5. und 6. Mai in Aproz. Spätestens nach Ostern halten sich aber fast keine Wintersportgäste mehr im Wallis auf. Der Kuhkampf im Schnee mag zwar ein Marketing-Gag der Torrent-Bahnen Leukerbad-Albinen AG sein, doch wird dadurch den Skitouristen auch ein kurzer Einblick gewährt in ein für das Wallis bedeutsames Kulturgut.

Das sehen auch die Bauern, die daran teilgenommen haben, so, die aus bis zu 50 Kilometer Entfernung angereist sind. Für Reto Julier, Vollerwerbs-Landwirt in Varen, der mit seiner Leila gewonnen hat, ist eine enge Kooperation zwischen Landwirtschaft und Tourismus von grosser Bedeutung.

Er sagt, während er auf die tief verschneiten Berge rund um Leukerbad zeigt: «Ohne die Bergbauern wäre die Gefahr von Umweltschäden durch Lawinen oder Erdrutsche vielfach höher. Dementsprechend wichtig sind solche Anlässe speziell für Touristen, an denen Bauern sich und ihre Arbeit zeigen können.»

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