
In vielen Ländern auf der Welt wird es eine stärkere Trockenheit durch den El Niño geben.
Monika Gerlach
Ungefähr 70 bis 71 Prozent der Erdoberfläche ist mit Wasser bedeckt. In den Weltmeeren gibt es Strömungen. Sie entstehen hauptsächlich durch Wind, Temperaturunterschiede und den Salzgehalt im Wasser. Im Pazifik blasen Passatwinde. Dadurch strömt vor der Westküste Südamerikas kaltes Wasser aus tieferen Schichten nach oben, und sorgt so für eine Wassertemperatur von 24 Grad Celsius. Vor Indonesien ist das Wasser wärmer, und erreicht eine Temperatur von 28 Grad.
Aufbau
Wenn sich ein El Niño aufbaut, sind die Passatwinde schwächer, das Oberflächenwasser vor Peru erwärmt sich so sehr, dass die obere Wasserschicht nicht mehr mit dem kühlen und nährstoffreichen Tiefenwasser durchmischt wird. Dem Plankton fehlt die Nahrungsgrundlage was ein Absterben einer ganzen Nahrungskette zur Folge hat.
Der Ostpazifik vor Südamerika erwärmt sich, während vor Australien und Indonesien die Wassertemperatur absinkt. Aufgrund der im Normalfall erhöhten Temperatur im Westpazifik kommt es zu einer Luftdruckabnahme und im kälteren Ostpazifik zur Bildung eines Hochdruckgebiets. Laut Wikipedia, entstehen dadurch bodennahe Ostwinde, die warmes Oberflächenwasser aus dem Pazifik vor Südamerika in Richtung Westen nach Indonesien schieben. Während eines El Niños wird diese Luftzirkulation umgekehrt. Dabei strömt während eines Zeitraums von etwa drei Monaten das warme Oberflächenwasser von Südostasien nach Südamerika.
Die Folgen
Die Folgen: starke Niederschläge an der südamerikanischen Küste, Trockenheit im Regenwaldgebiet, vor Mexiko können gewaltige Wirbelstürme entstehen und Südostasien und Australien können wegen der Trockenheit mit starken Buschbränden rechnen. Auch das südliche Afrika wird trockener, Ostafrika hingegen bekommt mehr Niederschläge. Für viele Menschen in den von Extremwetter betroffenen Gebieten, die auch im Normalfall am Existenzminimum leben, verschärft sich die Situation massiv.
Europa ist durch einen El Niño oder durch einen Super Niño kaum direkt betroffen. Laut Meteoschweiz wird das Niederschlagsverhalten in Europa sehr dominant durch die sogenannte Nordatlantische Oszillation (NAO) gesteuert. Hier geht es um den Luftdruck-Gegensatz zwischen dem Azorenhoch und dem Islandtief. Steht ein starkes Azorenhoch einem kräftigen Islandtief gegenüber, so ist wechselhaftes und windiges Westwetter die Folge, und somit kein gutes Heuwetter in Sicht.
Kommt er, oder kommt er nicht?
Aktuell liegt die Wahrscheinlichkeit für einen Super-El Niño laut weather.com bei gerade mal 25 Prozent. Bei diesem seltenen Ereignis treten alle Wetterphänomene noch heftiger auf und die globale Durchschnittstemperatur wird stärker ansteigen. Laut SRF wird ein normaler El Niño laut einer Prognose von März/April 2026 mit einer Wahrscheinlichkeit von 60 Prozent erwartet.