Ein internationales Forscherteam hat das komplette Genom von vier Bandwurmarten sequenziert. Sie haben dabei viele Angriffspunkte für bereits bekannte Medikamente gefunden. Die Forscher hoffen nun, den Parasiten etwa mit Krebsmedikamenten zu Leibe rücken zu können.
So scheine beispielsweise der Fuchsbandwurm, der auch in der Schweiz vorkommt, unter anderem gegen Krebsmedikamente empfindlich zu sein, sagte Mitautor Klaus Brehm von der Universität Würzburg. Die Ergebnisse der deutschen, mexikanischen und britischen Forscher erscheinen im britischen Fachmagazin «Nature» vom Donnerstag.
Momentan keine Therapie
Rund ein Drittel der Menschheit sei mit Würmern infiziert, viele Patienten lebten in ärmeren Regionen, sagte Brehm der Nachrichtenagentur dpa. Da es für Medikamente gegen diese Plagen keinen Markt gibt, werde wenig geforscht.
So gebe es derzeit keine Therapie, mit der sich die gefährlichen Bandwurmlarven im Körper zuverlässig abtöten lassen. Das medizinische Problem sind weniger die Würmer selbst, die im Darm leben und ihren Wirten Nährstoffe wegnehmen. Bedrohlich sind die Larven, die sich in Organen festsetzen und Zysten bilden.
Würmer ähnlich wie Krebsgeschwür
Die Forscher haben nun erstmals das Erbgut von Fuchs-, Schweine-, Hunde- und Zwergbandwurm komplett entziffert. Ihre Liste mit den aussichtsreichsten Angriffspunkten für Medikamente zeigt: Viele davon sind identisch mit den Stellen, an denen Krebstherapien wirken.
«Eine Infektion mit Bandwürmern verläuft ähnlich wie das Wachstum von Tumoren», erklärte Brehm. «Die Larven des Fuchsbandwurms zum Beispiel metastasieren und breiten sich im Körper aus.»