
Auf der Leserreise wird unter anderem der Betrieb der Familie Dähler besichtigt. Dählers leben seit 16 Jahren in Costa Rica und bauen auf ihrer Farm Ananas an und halten Wasserbüffel.
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«Schweizer Bauer»: Warum sollte gerade eine Bäuerin oder ein Bauer Costa Rica einmal selbst erleben? Stéphane Dähler: Weil sie dort neben einer ähnlichen Land wirtschaft mit Gemüse- und Milchproduktion auch die tropische Landwirtschaft mit Ananas, Papaya oder Bananen kennen lernen. Der Austausch mit lokalen Landwirten erweitert den Horizont und bietet viele neue Ideen und Perspektiven. Wir besuchen dabei sowohl Klein- als auch Grossbetriebe. Viele Bäuerinnen und Bauern sind nach der Reise positiv über rascht und nehmen neue Eindrücke mit, die sie auch für ihren eigenen Betrieb weiterdenken können.
Wo kommen Schweizer Bauern und Bäuerinnen auf dieser Reise ins Staunen, weil sie ihre eigene Landwirtschaft plötzlich mit anderen Augen sehen? Besonders beeindruckend ist für viele die Landwirtschaft in den Bergen, wo auf fast 3’000 Metern über Meer noch Ackerbau be trieben wird. Die Flächen sind oft sehr steil, alles wird von Hand gemacht, und die Men schen müssen jeden verfügbaren Platz nutzen, um etwas an zubauen – dafür gibt es keine Direktzahlungen oder Subventionen. Viele sind überrascht, wie zuverlässig, fleissig und ef fizient gearbeitet wird – entgegen manchen Vorurteilen über die Arbeitsweise in Lateinamerika. Die harte Arbeit und der Einsatz der Menschen hinter lassen bei vielen einen bleiben den Eindruck.

Stéphane Dähler wird im November/ Dezember die Leserreisenden durch Costa Rica führen.
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Was würde Schweizer Landwirte in Costa Rica wohl am meisten schockieren? Es gibt aufgrund des fehlenden Jahreszeitenwechsels bei vielen Kulturen keine eigentliche Saison – es könnte also von Januar bis Dezember durchgehend produziert werden. Theoretisch könnte man Kartoffeln ernten und direkt wieder neue setzen. Dieses ganzjährige Produktionssystem unterscheidet sich deutlich von den saisonalen Bedingungen in der Schweiz.
Welcher Hofbesuch sorgt jedes Mal für die grössten Aha-Momente? Ein Highlight für viele Gäste ist der Besuch der Ananasfarm. Viele kennen den Betrieb bereits aus dem Schweizer Fernsehen und haben dadurch einen besonderen Bezug dazu. Die Verbindung zur Schweiz besteht schon seit über 30 Jahren, was diesen Besuch für viele beson ders interessant macht. Die Er wartungen sind oft sehr hoch – und trotzdem sind die Gäste jedes Mal beeindruckt von der Grösse, der Produktion und den Einblicken in den Betrieb.
«Obwohl viele Gäste ursprünglich wegen der Landwirtschaft reisen, sind sie am Ende genauso begeistert von der Schönheit des Landes wie von den landwirtschaftlichen Betrieben.»
Welcher Programmpunkt wird von den Gästen vor der Reise am meisten unterschätzt – und begeistert sie am Ende am meisten? Viele Gäste kommen vor allem wegen der Kuhauktion oder der Ananasfarm nach Costa Rica. Obwohl sie ursprünglich wegen der Landwirtschaft reisen, sind sie am Ende genauso begeistert von der Schönheit des Landes wie von den landwirtschaftlichen Betrieben. Besonders überrascht sind sie von der enormen Vielfalt auf kleinstem Raum. Man kann sich kaum vorstellen, wie stark sich die Landschaft innerhalb weniger Stunden verändert. Eben noch befindet man sich auf 2’500 Metern über Meer in einer Kartoffelregion an einem Vulkan, zwei Stunden später steht man unter Palmen an der Karibikküste. Dazu kommen mit dem Atlantik und dem Pazifik gleich zwei Ozeane, die Costa Rica zusätz lich einzigartig machen.
Welcher Satz fällt auf dieser Reise garantiert mindestens einmal? Ananas, so weit das Auge reicht.
Welcher Mythos über die Landwirtschaft in Costa Rica hält sich hartnäckig – und stimmt überhaupt nicht? Dass eine Ananas, wenn sie reif ist, gelb ist.
Welche Kultur oder welche Produktionsweise wird in Costa Rica völlig unterschätzt, obwohl sie unglaublich spannend ist? Zum Beispiel die Zigarrenfabrik. Es wird extrem unterschätzt, was es alles für Schritte braucht, bis eine Zigarre gedreht ist.
«Während bei gewöhnlichen Rundreisen oft Schaubetriebe besucht werden, stehen hier die Menschen dahinter im Mittelpunkt – also jene, die tatsächlich produzieren und von der Landwirtschaft leben.»
Was machen costa-ricanische Landwirte anders? Vielleicht das System der Milchpreise: Milchverarbeiter wie «Dos Pinos» sind genossenschaftlich organisiert. Die Bauern sind hier die Genossenschafter. Pro Genossenschaftsanteil kann eine festgelegte Milchmenge zu einem Festpreis geliefert werden – der Milchpreis ist besser und stabiler. Je mehr Genossenschaftsanteile ein Landwirt hat, desto mehr Milch darf er liefern. «Dos Pinos» ist ein sehr grosser Player auf dem Milchmarkt. Aktuell exportiert die costa-ricanische Molkereigenossenschaft «Dos Pinos» ihre Produkte in 12 Länder. Rund 30 Prozent der Milchproduktion aus Costa Rica gehen in den Export.
Warum sollte gerade eine Bäuerin oder ein Bauer nicht einfach eine gewöhnliche Rundreise buchen? Eine Leserreise bietet einen deutlich tieferen Einblick in die Land wirtschaft Costa Ricas. Die Betriebe werden nicht nur ober flächlich besucht, sondern es geht um technische Details, Produktionsweisen und den direkten Austausch mit den Landwirten vor Ort. Während bei gewöhnlichen Rundreisen oft Schaubetriebe besucht werden, stehen hier die Menschen dahinter im Mittelpunkt – also jene, die tatsächlich produzieren und von der Landwirtschaft leben.
«Unsere eigene Geschichte – alles gehabt und alles verloren zu haben und trotzdem wieder Fuss gefasst zu haben – gibt vielen Motivation.»
Was darf im Reisekoffer nicht fehlen? Ein gutes Stück Käse für den Rei seleiter. Ausserdem lohnt es sich, eine gute Kamera mitzunehmen, da es unterwegs viele besondere Momente gibt und man gerne Fotos macht. Wichtig sind auch Kleider, die schnell trocknen, da das Klima in Costa Rica warm und feucht sein kann.
Was würden Sie einem Landwirt raten, der noch unsicher ist, ob sich diese Reise lohnt? Viele Landwirtinnen und Landwirte vergessen manchmal, dass wir den schönsten und wertvolls ten Beruf haben. Auf der Reise sehen sie, dass Bauern in Costa Rica mit ähnlichen Herausforderungen kämpfen wie sie selbst. Der offene und familiäre Austausch mit den Menschen vor Ort und in der Reisegruppe tut vielen gut. Auch unsere eigene Geschichte – alles gehabt und alles verloren zu haben und trotzdem wieder Fuss gefasst zu haben – gibt vielen Motivation. Viele Gäste nehmen neue Ideen mit und sehen ihren eigenen Be trieb mit anderen Augen. Ein Stück dieser «Pura Vida»-Lebens einstellung nehmen viele am Ende mit nach Hause.
«Ein besonderer Aspekt ist die «Pura Vida»-Lebenseinstellung: Die Menschen gehen entspannter mit Problemen um, bleiben gelassen und sind sehr flexibel.»
Nennen Sie drei Dinge, die Costa Rica bietet, welche die Schweiz nicht hat? Costa Rica bietet eine tropische und sehr vielfältige Landwirt schaft. Dazu kommt eine ausser gewöhnliche Tierwelt mit Faultieren, Affen und farbenfrohen Vögeln. Ein weiterer besonderer Aspekt ist die «Pura Vida»-Lebenseinstellung: Die Menschen gehen entspannter mit Problemen um, bleiben gelassen und sind sehr flexibel. Diese positive Haltung prägt den Alltag.
Sie leben seit vielen Jahren in Costa Rica. Was fasziniert Sie an diesem Land noch heute? Mich fasziniert vor allem die Herzlichkeit der Menschen. Wir sind damals mittellos mit einem Traum nach Costa Rica gekommen. Ich kam damals jung, ohne Geld und ohne Spanischkenntnisse ins Land und wurde trotz dem offen und freundlich aufgenommen. Diese Empathie und diese Hilfsbereitschaft beeindrucken mich noch immer. Genauso beeindruckt mich die Natur. Obwohl ich seit 16 Jahren Menschen durch die Natur Costa Ricas führe, bin ich jedes Mal aufs Neue überrascht von ihrer Vielfalt und Schönheit.
Beenden Sie die Sätze …
Die Leserreise nach Costa Rica ist … ein Muss.
Costa Rica ist … das Land der «Pura Vida»
Hier geht es zum detailierten Reiseprogramm der Leserreise nach Costa Rica.