Wenn der Agrarbodenmarkt in der Ukraine wie geplant am 1. Juli 2021 geöffnet wird, dürfte die Mehrheit der dortigen Landbesitzer nach heutigem Stand nicht zum Verkauf bereit sein.
Dies ist das Ergebnis einer Umfrage, die das Ukrainische Institut der Zukunft (UlFuture) unter 2 400 Bürgern vom 27. Januar bis zum 5. Februar dieses Jahres landesweit durchgeführt hat. Demnach wären nur 3 % bereit, ohne Zögern Boden zu verkaufen. Ausserdem gaben 10 % der Befragten an, ihre Verkaufsentscheidung vom aushandelbaren Bodenpreis abhängig zu machen.
Etwa ein Fünftel will zumindest über einen Verkauf nachdenken. Demgegenüber lehnen 60 % der Landbesitzer einen Verkauf grundsätzlich ab. Hinsichtlich der voraussichtlichen Nachfrage am Bodenmarkt äusserten 26 % den Wunsch, landwirtschaftliche Fläche kaufen zu wollen. Der Anteil der nicht Kaufwilligen beläuft sich auf 68 %. Mit Blick auf die zukünftige Pachtpreisentwicklung erwarten 51 % der Befragten eine deutliche Verteuerung nach der Bodenmarktreform.
Nach Einschätzung des Agrarausschusses der Werchowna Rada dürften im ersten Jahr nach der Marktöffnung Agrarflächen im Wert von insgesamt 4 Mrd. $ (3, 64 Mrd Franken) bis 5 Mrd. $ (4,55 Mrd. Franken) den Besitzer wechseln, wie die Nachrichtenagentur Unian berichtete. Experten gingen davon aus, dass in den ersten beiden Jahren ungefähr 2 Mio. ha bis 3 Mio. ha verkauft werden dürften, hiess es.

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