Mögliche Vergiftungen durch Babynahrung: Jetzt wird untersucht

Schweizer Behörden wollen einem möglichen Zusammenhang zwischen der vom Giftstoff Cereulid verunreinigten Säuglingsnahrung und in den letzten Tagen gemeldeten Krankheitssymptomen bei Babys nachgehen. Die Stiftung Konsumentenschutz kritisiert das lange Zuwarten der Behörden.

sda |

Bis Montag erhielt das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) sechs Symptom-Meldungen aus mehreren Regionen der Schweiz, wie eine Sprecherin der Nachrichtenagentur Keystone-SDA am Montag sagte. Es kämen fast täglich neue Meldungen hinzu. Die betroffenen Eltern berichteten von Symptomen wie Erbrechen und Durchfall. Die Symptome besserten sich jeweils nach dem Absetzen der betreffenden Produkte.

Die kantonalen Behörden sind laut BLV nun mit Lebensmittelunternehmen daran, den verunreinigten Rohstoff einer chinesischen Firma über die internationalen Produktions- und Lieferketten zurückzuverfolgen.

Dies geschehe in enger Abstimmung mit dem Bundesamt, das die Koordination mit den ausländischen Partnerbehörden sicherstelle. So stehe das BLV in engem Austausch mit den Verantwortlichen der Schnellwarnsysteme der EU und der Weltgesundheitsorganisation WHO, um mögliche weitere betroffene Produkte früh zu identifizieren.

Ziel sei es, alle in der Schweiz betroffenen Produkte zu identifizieren und vom Markt zu entfernen. Wegen der Komplexität der Lieferketten lässt sich laut dem BLV aber nicht vollständig ausschliessen, dass weitere Produkte von der Cereulid-Verunreinigung betroffen sind. Bereits auf der Liste stehen Produkte der Marken Beba und Alfamino von Nestlé, Bimbosan von Hochdorf sowie Aptamil von Danone und Babybio. Das Bundesamt warnt vor deren Verwendung.

Konsumentenschutz: Viel zu spät

Das Problem mit Cereulid ist laut der Stiftung Konsumentenschutz seit Monaten bekannt, die Rückrufe kämen also viel zu spät, hiess es am Freitag. Nestlé hatte bereits im Januar erste Produkte wegen des Bakteriengiftes zurückgerufen, der französische Konzern Danone zog erst in der vergangenen Woche nach. Dies, nachdem sich die EU-Behörde für Lebensmittelsicherheit Anfang der Woche eingeschaltet hatte.

Cereulid entsteht durch Bakterien und kann Übelkeit und Erbrechen hervorrufen, in seltenen Fällen auch schwere lebensbedrohliche Vergiftungen. Meist klingen die Symptome innerhalb eines Tages ab. Weitaus gefährlicher als für Erwachsene ist der Giftstoff allerdings für Babys.

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