Im Jagdjahr 2018/2019 wurden im Kanton Basel-Landschaft über 600 Verkehrsunfälle mit Wildtieren registriert. Ab November wird eine neuartige Wildtierwarnanlage getestet. Diese soll nicht wie herkömmliche Systeme das Wild vom Überqueren der Strasse abhalten, sondern die Verkehrsteilnehmer vor Wildtieren warnen, die sich in der Nähe der Strasse aufhalten.
Im Kanton Basel-Landschaft wurden im Jagdjahr 2018/2019 rund 634 Verkehrsunfälle mit Wildtieren registriert. Um diese Zahl zu reduzieren, testet der Kanton ab November 2019 auf einem Strassenabschnitt bei Ziefen eine neuartige Wildtierwarnanlage.
Beim Wildtierwarnsystem werden Wildtiere, die sich der Strasse nähern, von an den Randleitpfosten montierten Sensoren erfasst. Die ebenfalls an den Pfosten angebrachten orangen Blinklichter machen die Verkehrsteilnehmenden dann auf die mögliche Gefahr aufmerksam. Bei blinkenden Randleitpfosten sei das Tempo zu reduzieren, schreibt das Amt für Wald beider Basel in einer Mitteilung.
Zweijähriger Feldversuch
In Zusammenarbeit mit dem Institut für Umwelt und Natürliche Ressourcen der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) will der Kanton Basel-Landschaft auf einer Strecke in einem zweijährigen Feldversuch die Wirksamkeit und Zuverlässigkeit dieses Wildwarnsystems prüfen.
Der Versuch wird von der ZHAW-Forschungsgruppe Wildtiermanagement in Zusammenarbeit mit der Jagdverwaltung, dem Tiefbauamt und der Polizei Basel-Landschaft begleitet und ausgewertet. Das mittelfristige Ziel ist die Reduktion von Verkehrsunfällen mit Wildtieren.
Sensore und Blinklichter
Auf der rund zwei Kilometer langen Teststrecke werden beidseitig an den Randleitpfosten Module mit den entsprechenden Sensoren und Blinklichtern montiert. Eine Signalisationstafel «Elektronische Wildwarnanlage» macht die Verkehrsteilnehmenden auf die Teststrecke aufmerksam. Die Tests werden auch durch die lokale Jagdgesellschaft begleitet.
Doch ein Grundsatz gilt immer, ob mit oder ohne Wildwarnanlage: Bei Strassen im Wald, oder in der Nähe von Wald und Feld mit angepasstem Tempo und aufmerksam fahren, insbesondere in den Dämmerungs- und Nachtzeiten.