
Im Oktober zogen wieder die ersten Nebelfelder auf.
Martina Häberli
Die Durchschnittstemperatur belegte kurz vor Monatsende den 11. Rang seit Messbeginn 1864, wie aus dem Klimabulletin weiter hervor geht. Der bisher wärmste Oktober wurde 2022 registriert mit einer Mitteltemperatur von 10,4 Grad.
Im Jura mehr Regen als üblich
Die höchsten positiven Abweichungen zur Referenzperiode 1991-2020 verzeichneten die Regionen Mittelland und Nord- und Mittelbünden. Beispiele für Messstandorte sind Chur (+2 Grad) und Wädenswil (+2 Grad). Die kleinsten positiven Abweichungen stammten aus der Region Jura wie in La Brévine (+0,6 Grad) und La Chaux-de-Fonds(+0,8 Grad).
Der Oktober 2026 brachte bis kurz vor Monatsende verbreitet unterdurchschnittliche Niederschlagsmengen. Diese lagen in einem Bereich von 44 bis 155 Prozent im Vergleich zur Referenzperiode. Während es im Juragebiet bis Basel mehr regnete, verzeichnete die Regionen Nord- und Mittelbünden, Wallis, Alpensüdseite und Engadin zum Teil beträchtliche Niederschlagsdefizite. Beispiele für Messstandorte mit vergleichweise grossen Niederschlagssummen sind Chasseral (188 mm) und La Brévine (149 mm). Die geringsten Niederschlagsmengen stammten aus Stationen wie Chur (29 mm) und Disentis (54 mm).
Bei der Sonnenscheindauer konnten viele Regionen der Schweiz im Oktober nicht mit dem Mittel von 1991 bis 2020 mithalten. Nur gerade das Tessin sowie das Mittelland konnten im Vergleich mehr Sonnenstunden registrieren. Beispiele für Messstandorte mit mehr Sonnenschein sind Lugano und Stabio
Herbstverfärbung früher als üblich
Nach der Rekordhitze und Trockenheit im Sommerhalbjahr 2026, reagierte die Vegetation im Oktober gemäss Klimabulletin unterschiedlich auf kühlere Temperaturen und anfänglich vereinzelte Niederschläge. Während der Trockenstress regional bereits im Spätsommer zu Verfärbung und Laubfall führte, setzte die «echte» herbstliche Blattverfärbung später als üblich ein.
Die verfrühte Blattverfärbung habe insbesondere die Buche, aber auch Hainbuche, Linden, Rosskastanie, Birken, und Obstbäume betroffen. Hier sei eine deutliche Verfrühung von drei bis vier Wochen erkennbar gewesen. Die teilweise Erholung Anfang Oktober habe mancherorts einem zweiten Frühling geglichen. So seien im Mittelland regional eine zweite Blattentfaltung und Blüte bei Apfel- und Birnenbäumen beobachtet worden. Auch Frühlingsblüher wie Margerite oder Flockenblumen zeigten gemäss Bulletin eine zweite Blüte.