Laut einer neuen NASA-Studie, die in der Fachzeitschrift Nature Food veröffentlicht wurde, könnte sich der Klimawandel bei einem Szenario mit hohen Treibhausgasemissionen bereits im Jahr 2030 auf die Produktion von Mais und Weizen auswirken.
Unter Verwendung fortschrittlicher Klima- und Agrarmodelle hätten Wissenschaftler herausgefunden, dass die Ertragsveränderungen auf den prognostizierten Temperaturanstieg, die Verschiebung von Niederschlagsmustern und die erhöhten Kohlendioxidkonzentrationen an der Erdoberfläche aufgrund der vom Menschen verursachten Treibhausgasemissionen zurückzuführen seien, heisst es in einem Bericht des NASA’s Earth Science Teams (NASA: die Nationale Aeronautik- und Raumfahrtbehörde). Diese Veränderungen würden den Anbau von Mais in den Tropen erschweren, könnten aber das Anbaugebiet von Weizen erweitern.
Veränderung bei Mais gross und negativ
«Wir haben nicht erwartet, dass wir eine so grundlegende Veränderung im Vergleich zu den Ernteertragsprognosen der vorherigen Generation von Klima- und Erntemodellen aus dem Jahr 2014 sehen würden», sagte der Hauptautor Jonas Jägermeyr, ein Erntemodellierer und Klimawissenschaftler am Goddard Institute for Space Studies (GISS) der NASA und am The Earth Institute der Columbia University in New York City. Die prognostizierte Reaktion bei Mais sei überraschend gross und negativ, sagte er. «Ein Rückgang von 20% gegenüber dem derzeitigen Produktionsniveau könnte weltweit schwerwiegende Folgen haben», wird Jägermeyr im NASA-Bericht zitiert.
Weizen, der am besten in gemässigten Klimazonen gedeiht, könnte laut der Studie bei steigenden Temperaturen in einem grösseren Gebiet angebaut werden, darunter in den nördlichen Vereinigten Staaten und Kanada, in den nordchinesischen Ebenen, in Zentralasien, Südaustralien und Ostafrika, aber diese Zuwächse könnten sich in der Mitte des Jahrhunderts abschwächen.
Modelle nicht einig
Das Forschungsteam untersuchte die Veränderungen bei den langfristigen durchschnittlichen Ernteerträgen und führte eine neue Schätzung dafür ein, wann sich die Auswirkungen des Klimawandels als erkennbares Signal von den üblichen, historisch bekannten Schwankungen der Ernteerträge abheben. Die Prognosen für Sojabohnen und Reis hätten einen Rückgang in einigen Regionen gezeigt, heisst es in dem NASA Bericht, aber auf globaler Ebene seien sich die verschiedenen Modelle über die Gesamtauswirkungen des Klimawandels immer noch nicht einig. Bei Mais und Weizen waren die Auswirkungen des Klimas viel deutlicher, da die meisten Modellergebnisse in dieselbe Richtung wiesen.

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