Rinder fahren mit Seilbahn

Aufgrund einer verschütteten Verbindungsstrasse mussten 72 Rinder mittels Seilbahn auf den Oberstafel Alplen gebracht werden. Dank guter Vorbereitungen verlief der Transport auf die Urner Alp erfolgreich. -> Mit Video

Aufgrund einer verschütteten Verbindungsstrasse mussten 72 Rinder mittels Seilbahn auf den Oberstafel Alplen gebracht werden. Dank guter Vorbereitungen verlief der Transport auf die Urner Alp erfolgreich. -> Mit Video

Wo man früher mit geländegängigen Fahrzeugen auf die Ruosalp und zum Alpler Oberstafel gelang, wurde letzten Herbst die Verbindungsstrasse durch einen Felssturz verschüttet. Trotzdem muss die Alp im Sommer bewirtschaftet werden. Deshalb hat man sich gemäss der Zeitung «Bote» «ennet» dem Chinzig auf dem Gemeindegebiet von Unterschächen UR für eine temporäre Notlösung entschieden.

Für rund 80'000 Franken wurde eine 1100 Meter lange Seilbahn mit einem einzigen Mast und einer maximalen Nutzlast von 1'500 Kilogramm installiert. Sie überwindet eine Höhendifferenz von gut 300 Metern und verläuft an der höchsten Stelle rund 140 Meter über Boden.

Vergangenen Samstag war es dann soweit. 70 Rinder wurden mittels Materialtransportseilbahn auf den Oberstafel befördert. Es herrschte Hochbetrieb. Pro Fahrt konnten lediglich zwei bis drei Rinder geladen werden. Bei der sogenannten Gondel handelte es sich um einen 10.8 Kubikmeter-Container, die von Landwirt Beat Arnold konzipiert und hergestellt worden war.

«Wir haben die Aktion gut vorbereitet, hatten genügend Helfer und wählten handzahme Rinder aus» kommentierte Arnold, der zusammen mit Beat Herger für die Transportaktion verantwortlich war, den Erfolg der Aktion.

Insgesamt werden im 2018 rund 150 Rinder und knapp 900 Schafe auf Alplen gesömmert. Zudem verbringen 15 Kühe, rund 70 Milchziegen und einige Schweine den ganzen Sommer auf dem Oberstafel. Nur ein Teil der Tiere wird mit der Seilbahn dorthin gelangen, die restlichen mittels Helikopter.

«Um den Oberstafel weiterhin optimal nutzen zu können, sind wir auf eine befahrene Verbindung angewiesen» betont Arnold im Interview mit dem «Bote» weiter. Er glaube allerdings nicht, dass der verschüttete Felsweg je wieder genützt werden kann.

Die verantwortliche Hirtenverwaltung Fiseten-Alplen prüft zusammen mit anderen Institutionen die Möglichkeiten eines Tunnels oder einer fixen Seilbahn. Die Kosten würden sich gemäss Schätzungen auf bis zu 3 Millionen Franken belaufen.

 

 

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