Schimmelpilze sollen Kunstwerke aus Kupfer und Bronze schützen: Neuenburger Forscher haben einen Überzug aus Pilzen entwickelt und damit die Skulptur «Fusion» von Dominique Froidevaux behandelt, die vor der Universität Neuenburg steht.
Bestimmte Pilze haben die Fähigkeit, auf verwitterten Kupferoberflächen stabile Verbindungen einzugehen, sogenannte Kupfer-Oxalate, schrieb die Uni Neuenburg in einer Mitteilung. Diese Schimmelpilze brachte das Team um Mikrobiologin Edith Joseph von der Uni Neuenburg dazu, über das Material zu wachsen, genährt von aufgespraytem Malz.
Die Pilze bilden eine sogenannte «Biopatina», die nicht nur die weitere Korrosion des Materials verhindere, sondern auch den typischen grünlichen Überzug der Kupferfiguren und damit ihr Aussehen bewahre. Dies im Gegensatz zu traditionellen Oberflächenbehandlungsmitteln wie Harzen, die eine gleichförmige Schutzschicht kreierten.
«Die 'Biopatina' hat das gleiche Aussehen und die gleiche Textur wie das Ausgangsmaterial», erklärte Joseph in der Mitteilung. Zudem benötigt der Schimmelpilz-Überzug weder giftige Substanzen noch Lösungsmittel. In Zusammenarbeit mit dem Atelier Violet, das im Auftrag der Stadt Neuenburg Kunstwerke im öffentlichen Raum restauriert, hat sie die Pilz-Patina nun erstmals an der Skulptur «Fusion» getestet.
Das Projekt fand in Zusammenarbeit mit der Haute Ecole Arc Conservation-restauration, dem Schweizerischen Nationalmuseum, dem archäologischen Museum Laténium in Hauterive (NE) sowie ausländischen Partnern statt. Es wurde von der Kommission für Technologie und Innovation (KTI) und der Gebert Rüf Stiftung finanziert.